Uhrwerk "Centaure"
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Ankerhemmung
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Uhrwerk "Centaure"
Liebe Forummitglieder,
ich habe vor ein paar Wochen das nachfolgend abgebildete Uhrwerk gekauft. Das Zifferblatt hat einen Durchmesser von 120 mm.
Kann mir jemand sagen, wer dieses Uhwerk hergestellt hat?
Ich freue mich über jede Antwort.
Liebe Grüße
Ingo
ich habe vor ein paar Wochen das nachfolgend abgebildete Uhrwerk gekauft. Das Zifferblatt hat einen Durchmesser von 120 mm.
Kann mir jemand sagen, wer dieses Uhwerk hergestellt hat?
Ich freue mich über jede Antwort.
Liebe Grüße
Ingo
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Re: Uhrwerk "Centaure"
Hallo Ingo,
ich habe eine Vermutung, aber kannst Du noch ein Foto seitlich in das Werk zeigen?
droba
ich habe eine Vermutung, aber kannst Du noch ein Foto seitlich in das Werk zeigen?
droba
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Ankerhemmung
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Re: Uhrwerk "Centaure"
Guten Abend Dobra,
vielen Dank für Deine Antwort.
Ich habe momentan nur das eine Bild mit einer Draufsicht auf das Uhrwerk. Sollte dieses Bild für eine Bestimmung des Herstellers nicht langen / ausreichend sein, dann werde ich morgen weitere Bilder fertigen.
Übrigens, das Uhrwerk ist sehr ganggenau.
Liebe Grüße
Ingo
vielen Dank für Deine Antwort.
Ich habe momentan nur das eine Bild mit einer Draufsicht auf das Uhrwerk. Sollte dieses Bild für eine Bestimmung des Herstellers nicht langen / ausreichend sein, dann werde ich morgen weitere Bilder fertigen.
Übrigens, das Uhrwerk ist sehr ganggenau.
Liebe Grüße
Ingo
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Re: Uhrwerk "Centaure"
Hallo Ingo,
Danke, das Foto reicht,die Form der Zeiger und der Zifferblattring sprechen für ein Uhrwerk aus Frankreich. Ich halte das Uhrwerk für ein spätes JApy-Werk, vermutlich noch vor dem 1. Weltkrieg.
droba
Danke, das Foto reicht,die Form der Zeiger und der Zifferblattring sprechen für ein Uhrwerk aus Frankreich. Ich halte das Uhrwerk für ein spätes JApy-Werk, vermutlich noch vor dem 1. Weltkrieg.
droba
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Ankerhemmung
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Re: Uhrwerk "Centaure"
Guten Abend Dobra,
vielen Dank für Deine Antwort, die mir sehr geholfen hat.
Was mich an dem Uhrwerk verwundert, ist, daß keine separate Schlagauslösung vorhanden ist.
Ich sehe die Herstellersuche des Uhrwerks hiermit als erledigt an.
Liebe Grüße
Ingo
vielen Dank für Deine Antwort, die mir sehr geholfen hat.
Was mich an dem Uhrwerk verwundert, ist, daß keine separate Schlagauslösung vorhanden ist.
Ich sehe die Herstellersuche des Uhrwerks hiermit als erledigt an.
Liebe Grüße
Ingo
Re: Uhrwerk "Centaure"
Hallo Ingo,Ankerhemmung hat geschrieben:Guten Abend Dobra,
vielen Dank für Deine Antwort, die mir sehr geholfen hat.
Was mich an dem Uhrwerk verwundert, ist, daß keine separate Schlagauslösung vorhanden ist.
Ich sehe die Herstellersuche des Uhrwerks hiermit als erledigt an.
Liebe Grüße Ingo
eine separate Schlagwerk-Auslösung haben diese französischen Werke alle nicht. Das war nicht üblich.
Das Uhrwerk von Dir ist aber unter verschiedenen Aspekten ausgesprochen interessant, auf die ich ein wenig eingehen möchte:
Diese eckigen Uhrwerke mit franz. Sschloßscheibe wurden in Frankreich im 19. Jh. entwickelt. Sie markieren eine wichtige Entwwicklungsstufe in der Serienherstellung von Uhren, denn sie bestanden schon aus gestanzten Zahnradrohlingen. Mehrere deutsche Uhrenfabriken haben gerade dieses Uhrwerk nachgebaut: Zuerst die Firma Lenzkirch, anfangs der 1880er Jahre dann auch die Firma Carl Werner. Die Firma Werner wurde in der Herstellung dieser Uhrwerke besonders bedeutend.
Die Franzosen gehörten Mitte des 19. Jh. weltweit noch zu den führenden Uhrenherstellern, dann wurden die Amerikaner immer wichtiger, erst später auch die deutschen Hersteller. Die Franzosen blieben aber in ihren Fertigungsverfahren etwas sehr konservativ und der Absatz ihrer Uhren beschränkte sich mehr und mehr auf den franz. Markt. Nach dem deutsch-franz. Krieg 1870/71 mussten die Fransosen auch deutsche Uhren ins Land lassen und bekamen nun in deutschen Uhren plötzlich eine starke Konkurrenz. Das führte dazu, dass die franz. Hersteller sich nun an den Uhrwerken der deutschen Uhrenhersteller zu orientieren begannen und damit auch verschiedene Merkmale deutscher Uhren übernahmen.
Und dafür ist Dein Uhrwerk ein sehr schönes Beispiel:
In der Grundform ist es noch französisch, aber die Platinen sind schon nicht mehr massiv, sondern haben Ausstanzungen. Der übliche franz. Massiv-Anker ist dem billigeren Schwarzwälder Blechanker gewichen. Das Zifferblatt und Pendel sind im Stile eines deutschen Federzug-Regulators, wie wir es von Junghans, Kienzle oder anderen deutschen Herstellern dieser Zeit gewohnt sind.
Und so musst Du Dir auch das Gehäuse Deines Werkes vorstellen: Im Stil eines deutschen Federzug-Regulators vor dem 1. Weltkrieg.
Also zusammengefasst: Das französische Original wurde von den deutschen so erfolgreich kopiert und weiter entwickelt, dass die Franzosen es letztendlich wieder von den Deutschen nachgeahmt haben.
Man könnte sagen "Der Urheber hat den Plagiator kopiert".
droba
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Ankerhemmung
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Re: Uhrwerk "Centaure"
Guten Abend Dobra,
vielen Dank für Deine sehr ausführliche Erklärungen.
Jetzt, da der Herstellungszeitraum des Herstellers eingegrenzt ist, werde ich mal versuchen, Abildungen von Gehäusen aus dieser Zeit zu bekommen.
Ich weiß jetzt schon, daß dies eine etwas aufwendigere Suche werden wird, aber das macht nichts.
Sollte ich fündig werden, dann werde ich die Ergebnisse meiner Suche hier "kundtun".
Liebe Grüße
Ingo
vielen Dank für Deine sehr ausführliche Erklärungen.
Jetzt, da der Herstellungszeitraum des Herstellers eingegrenzt ist, werde ich mal versuchen, Abildungen von Gehäusen aus dieser Zeit zu bekommen.
Ich weiß jetzt schon, daß dies eine etwas aufwendigere Suche werden wird, aber das macht nichts.
Sollte ich fündig werden, dann werde ich die Ergebnisse meiner Suche hier "kundtun".
Liebe Grüße
Ingo
Re: Uhrwerk "Centaure"
Hallo Ingo,
nein, Dir kann geholfen werden, denn ich habe einen Japy-Katalog aus dem Jahr 1912. Es sind in diesem Katalog insgesamt etwa 4 Seiten mit deutschen Federzug-Regulatoren- ich habe Dir hier eine Seite davon eingefügt.
Entschuldige die Qualität des Bildes ist nicht sehr gut, da ich kein Original, sodern nur Fotographien des Kataloges habe.
Freundlicher Gruß!
droba
nein, Dir kann geholfen werden, denn ich habe einen Japy-Katalog aus dem Jahr 1912. Es sind in diesem Katalog insgesamt etwa 4 Seiten mit deutschen Federzug-Regulatoren- ich habe Dir hier eine Seite davon eingefügt.
Entschuldige die Qualität des Bildes ist nicht sehr gut, da ich kein Original, sodern nur Fotographien des Kataloges habe.
Freundlicher Gruß!
droba
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Ankerhemmung
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Re: Uhrwerk "Centaure"
Guten Abend dobra,
vielen Dank für das Bild......damit habe ich überhaupt erst mal eine Vorstellung, was so "im Angebot war" bei der Firma Japy.
Offensichtlich haben die Uhrenhersteller, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland, großen Wert auf aufwendig gestaltete Gehäuse gelegt.....wahrscheinlich der Trend der damaligen Zeit.....
Ich habe das Uhwerk in einem hübschen, sehr kleinen Gehäuse eingebaut - Türhöhe 340 mm -; bei einem Zifferblatt von 120 mm im Durchmesser und einer Pendellänge von 260 mm.
Nächstes Jahr, wenn das Wetter wieder freundlicher ist, werde ich das Gehäuse aufarbeiten.
Liebe Grüße
Ingo
vielen Dank für das Bild......damit habe ich überhaupt erst mal eine Vorstellung, was so "im Angebot war" bei der Firma Japy.
Offensichtlich haben die Uhrenhersteller, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland, großen Wert auf aufwendig gestaltete Gehäuse gelegt.....wahrscheinlich der Trend der damaligen Zeit.....
Ich habe das Uhwerk in einem hübschen, sehr kleinen Gehäuse eingebaut - Türhöhe 340 mm -; bei einem Zifferblatt von 120 mm im Durchmesser und einer Pendellänge von 260 mm.
Nächstes Jahr, wenn das Wetter wieder freundlicher ist, werde ich das Gehäuse aufarbeiten.
Liebe Grüße
Ingo
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Ankerhemmung
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Re: Uhrwerk "Centaure"
Guten Abend dobra,
ich habe vieles über die Firma Japy im Internet gelesen und fand eine email-Adresse des Japy - Museums in Beaucourt / Frankreich.
Meine dortige Anfrage nach einem zeitgenössischen Gehäuse für mein Uhrwerk wird wahrscheinlich noch etwas dauern - Bilder hatte ich mitgeschickt.
Vielleicht habe ich Glück und ich erhalte weitere Hinweise, eventuell sogar für Fachliteratur.
Sobald ich eine Antwort erhalten habe, werde ich mich wieder melden.
Liebe Grüße
Ingo
ich habe vieles über die Firma Japy im Internet gelesen und fand eine email-Adresse des Japy - Museums in Beaucourt / Frankreich.
Meine dortige Anfrage nach einem zeitgenössischen Gehäuse für mein Uhrwerk wird wahrscheinlich noch etwas dauern - Bilder hatte ich mitgeschickt.
Vielleicht habe ich Glück und ich erhalte weitere Hinweise, eventuell sogar für Fachliteratur.
Sobald ich eine Antwort erhalten habe, werde ich mich wieder melden.
Liebe Grüße
Ingo