Hallo werte Uhrenfreunde; mein Name lautet seit gut 59 Jahren Steffen und ich wende mich an Euch mit der Bitte um etwas Hilfe betreffs einer uhrentechnischen Neuanschaffung, ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand bei meinen Fragen helfen könnte.
So wie auf den Bildern gezeigt, habe ich die Uhr erworben; angeblich aus dem Nachlaß eines Landsmannes - diese Angabe muß aber nicht unbedingt stimmen...
Beide Federn sind voll aufgezogen; das werte ich mal als Hinweis, daß die Federn selbst noch in Ordnung sind. Die Platinen des Werks ohne Herstellerangabe muß jemand vor mir geöffnet haben, wie an den 4 Schrauben zu erkennen ist; großgelaufene Lagerstellen rückseitig sind auf den ersten Blick nicht erkennbar; ohne Pendel läuft das Werk sofort los; mit Pendel hab ich die Uhr noch nicht laufen lassen; da fehlt wohl noch die erste vorsichtige Ölung.
Der Vorbesitzer hat den Klang aller vier Klangstäbe wahrscheinlich nie vollständig gehört - nur 2 Hämmer trafen ihre Stäbe; die beiden andern greifen bisher mehr oder weniger ins Leere: ich denke, daß Werk, Klangstäbe und Kasten irgendwann eine "Zwangsehe" eingegangen sind.
Beim ersten Start der Uhr habe ich festgestellt, daß durch in die Führungsschienen eingeschlagene (jetzt entfernte) Nägel der Träger des Uhrwerks nicht weiter hinter geschoben werden konnte; aus diesem Grund stehen die Drähte der Hämmer so schräg. Indessen, wenn das Werk weiter nach hinten verschoben wird, stößt das Pendel an den vordersten, längsten Klangstab an und der Lauf des Werks stoppt. Also müssen tatsächlich die Hämmer den Stäben angepaßt werden...Das läßt sich ja alles bewerkstelligen, denke ich..
Desweiteren befindet sich im Inneren des Kastens eine metallische Halterung; ich vermute, daß dies der Halter für die Pendelausschlagskala ist; m.W. nach gab es damals bei verschiedenen Herstellern Skalen aus starkem Papier/Karton, worauf die Skala gedruckt war - stimmt dies?
Vor allem: wo bekommt man sowas heut noch her? Vielleicht hat jemand von Euch sowas und könnte mir so etwas verkaufen? Eine weitere Frage wäre: wo läßt sich denn diese Uhr zeitlich einordnen bzw. von welchem Hersteller ist denn dieses Werk? Kein Name zu finden....
Jetzt ist der Text doch etwas länger geworden; vielleicht kann mir ja bei meinen Fragen jemand auf die Sprünge helfen...
Vielen Dank im voraus und viele Grüße
Steffen
Regulator unbekannter Herkunft..soll wieder laufen...
Forumsregeln
Falls hier theoretische Hilfen angeboten werden, so sollen und können sie keinen Uhrmacher ersetzen. Sie sind ohne jede Garantie oder Gewähr und jeder muss selbst wissen, was er sich zutrauen kann und dass man mit einem Selbstversuch evtl. leichtfertig die Uhr zerstören könnte. Vor allen Dingen wertvolle Uhren gehören in die Hand eines Fachmanns. Vielleicht sogar eines Fachmanns hier aus dem Forum. Laien sollten unbedingt den oben angepinnten Hinweis über Uhrenfedern lesen.
Falls hier theoretische Hilfen angeboten werden, so sollen und können sie keinen Uhrmacher ersetzen. Sie sind ohne jede Garantie oder Gewähr und jeder muss selbst wissen, was er sich zutrauen kann und dass man mit einem Selbstversuch evtl. leichtfertig die Uhr zerstören könnte. Vor allen Dingen wertvolle Uhren gehören in die Hand eines Fachmanns. Vielleicht sogar eines Fachmanns hier aus dem Forum. Laien sollten unbedingt den oben angepinnten Hinweis über Uhrenfedern lesen.
Regulator unbekannter Herkunft..soll wieder laufen...
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Re: Regulator unbekannter Herkunft..soll wieder laufen...
Hallo,
die Nägel dienten i.d.R. als Anschlag beim Einschieben des Werkes und sollten keineswegs entfernt werden.
Schlitten mit Werk bis zum Anschlag einschieben - mit 2 Rändelschrauben befestigen
Dann die Hämmer entsprechend einrichten.
Das Blech unter den Gongstäben ist ein Teil der Transportsicherung. Der zweite Teil ist ein rechtwinkliges mit mehreren Bohrungen.
Dieses Teil wurde über die Gongstäbe geschoben und in den festen Teil der Transportsicherung eingeschoben.
Im Betrieb wird der zweite Teil nicht benötigt.
Ich denke die Uhr wurde in den 1920-er Jahren von der Kienzle Uhrenfabriken AG in Schwenningen hergestellt.
Darauf weisen der Name Orgel-Gong und das geflügelte Rad auf dem Gong hin.
Gruß
Holger
die Nägel dienten i.d.R. als Anschlag beim Einschieben des Werkes und sollten keineswegs entfernt werden.
Schlitten mit Werk bis zum Anschlag einschieben - mit 2 Rändelschrauben befestigen
Dann die Hämmer entsprechend einrichten.
Das Blech unter den Gongstäben ist ein Teil der Transportsicherung. Der zweite Teil ist ein rechtwinkliges mit mehreren Bohrungen.
Dieses Teil wurde über die Gongstäbe geschoben und in den festen Teil der Transportsicherung eingeschoben.
Im Betrieb wird der zweite Teil nicht benötigt.
Ich denke die Uhr wurde in den 1920-er Jahren von der Kienzle Uhrenfabriken AG in Schwenningen hergestellt.
Darauf weisen der Name Orgel-Gong und das geflügelte Rad auf dem Gong hin.
Gruß
Holger
Re: Regulator unbekannter Herkunft..soll wieder laufen...
Hallo Holger!
Vielen herzlichen Dank für die schnelle und äußerst präzise Antwort!!!!!
Ich hatte die Nägel entfernt, da auf deren Kopf/Schlagfläche je ein Gittermuster zu sehen war, und das kam mir reichlich modern bzw. neu vor; so als hätte man dies vor kurzer Zeit erst gemacht, aber gut; da einen Anschlag anzubringen, sollte kein Problem darstellen...Hättest Du in Deinem Fundus ein Bild von dem Oberteil ? Hab sowas noch nie gesehen...
Auf die Idee einer Transportsicherung wäre ich nie gekommen; danke für die Aufklärung!!
Und das Werk würde also doch zur Kienzle-Uhr passen? Die haben damals Werke ohne Namensnennung hergestellt?
In den nächsten Tagen werde ich drangehen, zunächst das Werk zum laufen zu bringen; hättest Du noch eine Empfehlung betreffs des Öl´s für mich?
Viele Grüße und nochmals vielen Dank
Steffen
Vielen herzlichen Dank für die schnelle und äußerst präzise Antwort!!!!!
Ich hatte die Nägel entfernt, da auf deren Kopf/Schlagfläche je ein Gittermuster zu sehen war, und das kam mir reichlich modern bzw. neu vor; so als hätte man dies vor kurzer Zeit erst gemacht, aber gut; da einen Anschlag anzubringen, sollte kein Problem darstellen...Hättest Du in Deinem Fundus ein Bild von dem Oberteil ? Hab sowas noch nie gesehen...
Auf die Idee einer Transportsicherung wäre ich nie gekommen; danke für die Aufklärung!!
Und das Werk würde also doch zur Kienzle-Uhr passen? Die haben damals Werke ohne Namensnennung hergestellt?
In den nächsten Tagen werde ich drangehen, zunächst das Werk zum laufen zu bringen; hättest Du noch eine Empfehlung betreffs des Öl´s für mich?
Viele Grüße und nochmals vielen Dank
Steffen