Über Bulle-Uhren im Allgemeinen braucht man wohl in diesem Teil des DGC-Forums nicht viel zu sagen: Entwickelt um die Zeit des I.Weltkrieges in Frankreich von Maurice Favre-Bulle und produziert bis in die frühen fünfziger Jahre in einer Größenordnung von ca 330000 Stück in unterschiedlichen Gehäusevarianten. Sie ist auf den entsprechenden Uhrenmärkten zu akzeptablen Preisen auch heute noch relativ häufig anzutreffen und in der Regel mit gutem Erfolg gangbar zu machen. Ich bekam meine erste Bulle vor Jahrzehnten von ihrem Erstbesitzer -einem Uhrmacher- geschenkt , als dieser seine Werkstatt auflöste.
Die nachfolgende Ausführung dürfte in Mitteleuropa allerdings weniger bekannt sein: In den 20er Jahren erwarb die traditionsreiche schwedische Glashütte Kosta-Boda in Smalland einige tausend "Hardware-Sets" dieser Uhr (Werke,Zifferblätter,Werkhalter und Pendel). Von einem lokalen Holzbearbeitungs-Betrieb wurden hölzerne Sockel mit drei Justierschrauben angefertigt , teils in Nußbaum natur, größtenteiles aber ebonisiert (schwarz poliert) und Kosta Boda selbst produzierte große dickwandige Kuppeln aus Bleikristall , die im eigenen Atelier kunstvoll von Hand geschliffen wurden, jede Kuppel ein wenig anders , mit Blumen- und Blätterdekoren im späten Jugendstil. Diese Uhren wurden dann in den hochpreisigen Einrichtungsgeschäften Skandinaviens an die betuchte Kundschaft verkauft. Aus diesem Grund findet man diese Uhren fast ausschließlich in skandinavischen Antiquitätengeschäften und sie sind in aller Regel recht teuer. Später wurden auch Bulle Clockette mit etwas anderen Sockeln und Domen hergestellt und vertrieben.
Ich konnte vor einigen Jahren eine solche Uhr erwerben , habe bei der Gelegenheit das Zifferblatt neu versilbert. Ser.Nr. 208551 Bulle Clock France
Viel Freude mit den Bildern!
Burkhard
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Burkhard Rasch
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Sol lucet omnibus
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Burkhard Rasch
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Re: Skandinavische Bulle
Es gab noch eine weitere, noch seltenere und teurere Variante: Bei dieser bestand der Glasdom (auch bei Kosta Boda gefertigt) aus rubinfarbigem Überfangglas mit Schliff in böhmischer Art. Einmal habe ich vor vielen Jahren eine solche Uhr im Schaufester eines Stockholmer Antik-Ladens für einen exorbitanten Preis gesehen (vermutlich steht sie immer noch dort!) Die Photos sind nicht besonders gut , geben aber einen ausreichenden Eindruck von der Schönheit und Kunstfertigkeit dieses Domes.
Burkhard
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