... ich weiß nicht genau, ob diese Uhr so genannt wird.
Gleich zu Beginn: die Uhr ist ungereinigt, da ich erst noch ein paar Spuren sichern will.
In eine dreieckige Messingplatte mit drei angenieteten Standfüßen (üblich für klassische Messtechnik) wurde ein Chronometer mit Feder eingelassen. Die Oberfläche des Prüfgehäuses hat eine gleichmäßige, historische Patina. Gravuren, Punzen oder Markierungen sind nicht vorhanden. Der verglaste Rückdeckel sitzt saugend. Öffnungen für einen Schlüssel zum Aufziehen und Stellen sind nicht vorhanden - der Glasdeckel muss dazu immer abgenommen werden. Diese Merkmale zeigen, dass es sich nicht um eine Verkaufsuhr handelt.
Das Zifferblatt ist neutral, für präzises Ablesen geeignet und in sehr gutem Zustand.
Das Chronometerwerk mit Feder hat diesen markanten, breiten Kloben, zu dessen Herkunft und Varianten im Forum schon mehrfach diskutiert wurde.
Im Pocketwatch-Forum gibt es dazu mehrere Beiträge.
Das Werk sieht für eine Präzisionsmesswerkzeug recht vernachlässigt aus (ein Museumsmensch hat mir geraten, alles so zu lassen, da es der museale Zustand ist). Es handelt sich jedoch um Verunreinigungen durch altes Öl bzw. darauf festgesetztem Staub etc., das sich mit Benzin aus der Apotheke (das ist ohne Zusätze) relativ leicht entfernen lässt. Wenn man vor jedem Aufziehen den Rückdeckel komplett abziehen muss, kommt da sicher einiges an Staub zusammen.
Den Gang der Uhr scheint das nicht zu beeinträchtigen - sie läuft, wie man das von einem Chronometer erwartet. Natürlich habe ich mir bei diesem vorläufigen Zustand nur einen Probelauf gestattet.
Um die Herkunft des Chronometerwerkes zu klären, habe ich noch drei Ansätze:
o Im NAWCC-Forum wird das Werk als "ebauche de Geneve" bezeichnet.
o Im Mathematisch-physikalischen Salon in Dresden hatte ich vor einiger Zeit diese Uhr mit dem gleichen Werk fotografiert - nur als Notiz für mich und leider ohne weitere Angaben. Da muss ich nochmal hin.
o Das Musée international d'horlogerie (MIH) in La Chaux-de-Fonds hat mir schon mehrfach geholfen. Dorthin habe ich eine Anfrage geschickt.
Diese Anfrage schicke ich auch wegen eines weiteren Details - einer Schachtel, in der ich die Uhr erhalten habe (ein kontextrelevantes Zubehör, wie man im Museum sagt).
Société des Fabriques de Spiraux Réunies (FSR) war keine klassische Uhrenmarke, sondern ein Schweizer Hersteller/Verbund von Herstellern für Spiralfedern (Hairsprings) für Uhren.
FSR wurde 1895 als eine Art Cartel bzw. Holding gegründet, das damals die Produktion der meisten Spiralen in der Schweizer Uhrenindustrie kontrollierte. Mehrere kleine Spezialfirmen schlossen sich zusammen, um Preise, Qualität und Produktion zu koordinieren.
Der Verkäufer konnte mir nicht sagen, ob die Kombination Chronometer-Schachtel zufällig entstanden war. Er sagte nur, dass er beides vor vielen Jahren von jemandem gekauft habe, der in der Schweizer Uhrenindustrie gearbeitet hatte.
Es gibt also noch einiges zu recherchieren, aber das gefällt mir. Für jeden Hinweis bin ich dankbar.
Grüße
Joachim
Prüfchronometer
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