Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

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Falls hier theoretische Hilfen angeboten werden, so sollen und können sie keinen Uhrmacher ersetzen. Sie sind ohne jede Garantie oder Gewähr und jeder muss selbst wissen, was er sich zutrauen kann und dass man mit einem Selbstversuch evtl. leichtfertig die Uhr zerstören könnte. Vor allen Dingen wertvolle Uhren gehören in die Hand eines Fachmanns. Vielleicht sogar eines Fachmanns hier aus dem Forum. Laien sollten unbedingt den oben angepinnten Hinweis über Uhrenfedern lesen.
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Taloon
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Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von Taloon »

Ich entscheide mich für Antwort a) ;)
karlo

Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von karlo »

a geht auch, zumal Zapfen, bis auf franzoesische Uhren, eigentlich immer zu dick waren.

Nur ist das Lager ganz fies aus dem Pfosten zu bekommen, und genau so fies, wieder gerade rein.

Karlo
Heinrich
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Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von Heinrich »

Warum soll das Lager raus? es reicht doch, wenn man (hier bei dieser Uhr) das contre pivot rausschraubt und das alte Lager mit einer Zapfenreibahle etwas aufreibt, dann aus Messing ein leicht konisches Futter mit der passenden Bohrung dreht und dieses in den alten Futterrest einschlägt. Danach muß man nur noch passend aufreiben. Das neue Futter braucht blos 2-3 Zehntel im Außendurchmesser größer zu sein als der Zapfen. Im Vergleich zu fertig konfektionierten Futtern sieht man diese Futter später nicht. Diese Methode sollte man bei jeder einigermaßen wertvollen Uhr anwenden, sie nimmt am wenigsten Substanz weg und ist für das Aussehen optimal. Wenn allerdings schon irgendwelches KWM-Zeugs oder Ähnliches verbaut ist wird man dieses wohl rauschlagen und neue Fertigfutter einsetzen.
Heinrich
Der liebe Gott gab uns die Zeit (von der Eile hat er nichts gesagt!).
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Uhrmacher 19
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Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von Uhrmacher 19 »

Hallo Forumskollegen,

ich habe inzwischen den Zapfen der Spindel überarbeitet.
Die Variante mit dem Abdrehen des Zapfens und des Austauschens der Lagerbuchse erschien mir dann doch am zweckmäßigsten.
Der Zapfen konnte mit 1,5mm Durchmesser gerettet werden.
Ich denke damit hat er immer noch genug Stabilität.
DSC04907.JPG
Das Werk ist auch fast wieder komplett remontiert:
DSC04906.JPG
DSC04905.JPG
Und die neue schwarze Rückwand sieht aus, als wäre sie schon immer an der Uhr gewesen:
DSC04908.JPG
Jetzt geht es daran die Türen wieder herzustellen.
Außerdem werde ich diese Woche ein paar Ersatzteile bestellen:
Seile, Glocke, Zeiger usw.
Zum Glück habe ich ein paar günstige Anbieter für diese Ersatzteile im Internet finden können.

Gruß,
Jörg
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karlo

Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von karlo »

Dann wuensch ich Dir viel Glueck, dass guenstig nicht Schrott bedeutet.
Was da so an Zeigern rumgeistert ist erschreckend.

Karlo
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Uhrmacher 19
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Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von Uhrmacher 19 »

karlo hat geschrieben:Dann wuensch ich Dir viel Glueck, dass guenstig nicht Schrott bedeutet.
Was da so an Zeigern rumgeistert ist erschreckend.

Karlo
Danke Karlo, für den Hinweis.
Wie sind denn die Zeiger von Deckert?

Gruß,
Jörg
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Uhrmacher 19
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Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von Uhrmacher 19 »

Hallo Forumskollegen,

die Uhr macht langsam aber sicher weitere Fortschritte.

Hier mal ein paar Fotos vom Messingschild:
Nachfolgend habe ich dazu noch eine Frage.

Diese Fotos sind nach einer ersten Reinigung entstanden.
Der Anlieferungszustand war einfach nur schrecklich :-(
DSC04916.JPG
DSC04925.JPG
Dann mit Scheuermilch und Zahnbürste an die Arbeit:
DSC04926.JPG
Was soll ich sagen .... das Ergebnis ist einfach super !!!
Seht selbst:
DSC04927.JPG
DSC04930.JPG
DSC04931.JPG
Aber nun zu meiner Frage:
Das Messingschild ist jetzt für meinen Geschmack "zu sauber".
Soll heißen, es ist weitestgehend metallisch blank .... ohne jegliche Patina.
Ich würde das Schild jetzt gerne eine Zeit lang etwas nachdunkeln lassen, damit auch der extreme Glanz etwas abnimmt und dann im richtigen Moment die weitere Oxidation stoppen.
Bisher habe ich für solche bzw. ähnliche Fälle Zaponlack verwendet.
Ich habe auch schon gelesen, dass man dafür Schellack benutzen kann.
Jetzt habe ich vor kurzem einen Tipp bekommen, wonach man Messing auch mit Leinölfirnis vor dem sogenannten Anlaufen schützen kann.
Ich habe jedoch absolut keine Erfahrung damit; weiß nur, dass Leinölfirnis für Holz oder Ölbilder benutzt wird.
Hat jemand so etwas schon mal erfolgreich ausprobiert oder kennt sich jemand grundsätzlich damit aus ???

Vielen Dank vorab :-)

Gruß,
Jörg
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karlo

Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von karlo »

Nach dieser Radikalkur hast jetzt erstmal ein paar Jahre Bedenkzeit wie Du weiter machst. Grauslig neu.
Erstmal ein paar Wochen in Wind und Wetter, dann mal ansehen.
Wenn es schoen patiniert ist, mit einer Kleiderbuerste oder aehnlichem, mit Metallputz die erhabenen Stellen wieder blank buersten. Dann sieht es wieder besser aus.

Karlo
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Uhrmacher 19
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Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von Uhrmacher 19 »

@Karlo
Das Problem waren einige sehr hartnäckige Stellen.
Ich vermute, dass an diesen Stellen Reste von Lack oder ähnlichem geblieben sind.
Also habe ich meine Reinigungsaktivitäten nach diesen verschmutzten Stellen ausgerichtet.
Und die sind nunmal erst mit der Scheuermilch weggegangen.

Blankes Messing verändert im Laufe der Zeit seine Färbung.
Am Anfang geht es vom sehr gelblichen Aussehen immer mehr in einen etwas rötlichen Bereich, bis es später immer matter wird und einen leicht grünlichen Stich bekommt.
Ich finde die Färbung mit leicht rötlichem Aussehen immer noch am schönsten.

Aber wie eben schon gefragt .... wie ist das mit der Leinölfirnis ???

Gruß,
Jörg
karlo

Re: Restaurierung / Wiederherstellung Comtoise

Beitrag von karlo »

Mh, wo wird Messing gruen ausser draussen?
Da Leinoelfirnis nicht einziehen kann, halte ich das fuer unbrauchbar.
Ausser, so dick draufgeklatscht, dass es irgendwann stockt.

Karlo
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