Das Deutsche Einheits-Chronometer

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walter der jüngere
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Das Deutsche Einheits-Chronometer

Beitrag von walter der jüngere » Do 26. Apr 2012, 14:46

Johannes Altmeppen, Herbert Dittrich
Das Deutsche Einheits-Chronometer
Das Deutsche Einheitschronometer.JPG
Man mag sich fragen: Was macht dieses Chronometer denn so interessant? Immerhin ist es doch so oft gebaut worden.
Genau das ist es!
Diese Chronometer sind eben nicht Einzelstücke begnadeter Chronometerhersteller, sondern es handelt sich um Chronometer, die durch Serienfertigung und durch das Zusammenwirken verschiedener Zulieferer trotz höchster Qualität billiger waren, als die Chronometer der britischen Konkurrenz.
Das nun nach technischer Verzögerung endlich vorliegende Werk der beiden Autoren Johannes Altmeppen und Herbert Dittrich zeichnete die spannende und wechselvolle Geschichte über die Entstehung des deutschen Einheitschronometers nun für alle LeserInnen nach.
Kein leichtes Unterfangen, all die dafür notwendigen Recherchen durchzuführen, die Unterlagen durchzusehen, sie zu übersetzen und vor allem:
Sie auszuwerten und deren Aussagen so zu ordnen, daß aus dem Puzzle ein Ganzes wird.
Den beiden Autoren ist es zudem gelungen, die Darstellung dieser Geschichte anhand vieler, oft farbiger Abbildungen, aber auch dank der vielen abgelichteten Dokumente sehr anschaulich zu gestalten.
Viele, viele Details gelangen zur Ansicht, Unterschiede werden exakt beschrieben bzw. gegenübergestellt. Angefangen wird bei den deutschen Entwicklungen aus den spätdreißiger Jahren, beendet wird die Chronik bei den heute auftauchenden Fälschungen.
Nicht alle Details erschließen sich gleich, nicht selten ist Blättern angesagt. Aber es lohnt sich.
Derart detailliert und anhand so zahlreicher Objekte konnte die Geschichte einer einzigen Chronometerfamilie bisher m.E. noch nie betrachtet werden.

Der Inhalt des Buches ist wie folgt gegliedert:
Vorwort zum Buch
Grussworte
Das Deutsche Einheitschronometer
Bezeichnungen und Begriffe
Die Vorgeschichte
Der Übergang zum Einheits-Chronometer
Einheits-Chronometer – das erste Jahr
Ausstoß – Planung 1942
Kriegs-Produktion
Wer hat Was an Wen geliefert
Gestelle für Lange von Wempe
Oberflächen-Veredelung
Typen des Einheits-Chronometers
Der Aufbau des Einheits-Chronometers
Unterschiede im Grundsatz und im Detail
Die Nach-Kriegs-Zeit
Deutsche Chronometer für Russland
Das Russische Einheits-Werk – 3 Gruppen
Original und Fälschung
Koordinaten des Deutschen Einheits-Chronometers
Anhang
Anlage 1-4




Die Kurzdaten zum Buch:

Johannes Altmeppen, Herbert Dittrich
Das Deutsche Einheits-Chronometer
Format: 25x29,5 cm
Hardcover mit Schutzumschlag
208 Seiten
ISBN: 978-3-86852-597-7
Heel Verlag, 2012
Preis: 69,90 Euro

Viel Freude beim Lesen wünscht

Walter d. J. (Moderator)
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karlo

Re: Das Deutsche Einheits-Chronometer

Beitrag von karlo » Do 26. Apr 2012, 15:26

Deutscher Einheitschronometer von Poljot?
Wie passt das denn zusammen?

Karlo

walter der jüngere
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Re: Das Deutsche Einheits-Chronometer

Beitrag von walter der jüngere » Do 26. Apr 2012, 18:24

Hallo,

um es ganz kurz zu beantworten:
Das OKM gab 1941 den Auftrag, ein bestimmte Anforderungen erfüllendes Chronometer zu entwickeln.
Was als Ergebnis herauskam, war das Deutsche Einheitschronometer, basierend auf dem Ankerchronometer von Lange.
Nach dem bekannten Ausgang des 2. WK und aufgrund der daraus resultierenden Rechte der Alliierten übernahmen die russischen Streitkräfte Planungsunterlagen usw. und so baute man ab 1949 in der 1. Moskauer Uhrenfabrik eine modifizierte Version des deutschen Einheitschronometers.
Die 1. Moskauer Uhrenfabrik wurde später in Poljot umbenannt.
Somit: Deutsches Einheitschronometer (modifiziert und später noch weiterentwickelt) gebaut von Poljot.

Walter d. J. (Moderator)

karlo

Re: Das Deutsche Einheits-Chronometer

Beitrag von karlo » Do 26. Apr 2012, 19:34

aahhh, danke

Karlo

petsch
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Re: Das Deutsche Einheits-Chronometer

Beitrag von petsch » Fr 27. Apr 2012, 09:52

Danke Walter für die Vorstellung dieses anscheinend interessanten Buches. Jedenfalls für den, der sich etwas mehr in das Thema hineinknien möchte. Mit Prof. Dittrich, einem excellenten Glashütter Kenner und Johannes Altmeppen, der sich intensiv in die Recherchen über ein Thema hineinkniet, haben sich da wahrscheinlich zwei ideale Partner gefunden. Ich bin gepannt auf das Buch.


Die russischen Schiffschronomter kann man vom Aufbau her kaum vom Einheitschronometer von Lange und Co unterscheiden.

Am deutlichsten sichtbar wird das an der 3 Pfeilerbauweise. Die frühen Lange Chronometer hatten 4 Säulen, das Einheitschronometer dann nur noch 3. (evtl. während der Kriegszeit aus Kostengründen) Diesen Aufbau mit 3 Pfeilern haben die russischen Chronometerbauer dann generell übernommen, wogegen man in Glashütte bei den GUB´s nach dem Krieg wieder auf die erprobte Bauweise mit 4 Pfeilern zurückgegangen ist.

Übrigens findet man bei frühen russsichen Chronometern hin und wieder noch Unruhen, die auf dem Unruhschenkel R.G.G. signiert sind. Das steht für Richard Grießbach, Glashütte, der in Glashütte die Unruhen lieferte.

Gruß
Peter
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Halda
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Re: Das Deutsche Einheits-Chronometer

Beitrag von Halda » So 11. Dez 2016, 13:11

Hello.

Hier ein Wempe einheitchronometer Den weisses zifferblat sind nicht aus metal (glaube ich). Gibt es andere varianten von glas oder kunststoff?

Mit fr. Grüssen

Peter
:D
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Halda
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Re: Das Deutsche Einheits-Chronometer

Beitrag von Halda » Do 15. Dez 2016, 21:01

Ich glaube einheitschronometer no 3817 kommt aus ein restbestände die nach den krieg verkauft sind. Es gibt etwas intressante originalpapier…

Hier etwas bilder;

1. Test Wempe 7 juni 1945

2. Verkauft 3 maj 1946 beim Hanö Lübecker Ingeniuer-Büro. Preis 1.625 RM

3. Kaufer sind ”Dampfer Kastel Holm”
S/S Kastelholm gehört zu den amerikalinien, Ein dampfschiff aus Schweden. Baujahr 1929.

4. Zifferblat sind vielleicht aus email?

Ich bin gespannt von ihre kommentare…

Mit fr. Grüssen

Peter :D
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