Reinhart Post: Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr

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walter der jüngere
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Reinhart Post: Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr

Beitrag von walter der jüngere » Do 9. Aug 2012, 20:12

Reinhart Post
Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr
Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr.jpg
Auf dieses Buch bin ich nur durch Zufall gestoßen, aber nachdem ich ausführlich darin geblättert habe, denke ich, es könnte nicht schaden, wenn es etwas bekannter würde, und nicht nur zufällig mal von jemandem gefunden wird.
Denn auch wenn dieses Buch nicht von einem Uhrmachermeister, sondern von einem Laien für Laien geschrieben wurde, so entstand es dennoch mit fachlicher Sorgfalt und viel Liebe zum technischen Detail.

Mir fielen, als ich das Buch zufällig im Internet entdeckte, zunächst die vielen Detailbilder einer zerlegten Spindeluhr auf. So etwas ist nur in sehr wenigen Büchern zu finden. Insbesondere für LeserInnen, die erfahren möchten, wie es denn in so einer Spindeluhr überhaupt aussieht – schon dies allein sollte Grund genug sein, dieses Buch erwerben zu wollen.
Aber auch für all diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, solch eine Uhr irgendwann selber reparieren zu wollen, ist dieses Buch eine wirklich gute Einstiegsliteratur. Der Autor schreibt in sehr klar verständlicher Weise, welche Schritte er wie ausgeführt hat, um seine Spindeluhr wieder zum Laufen zu bringen. Um dies hinzubekommen, las er viel in alten Büchern, welche am Ende des Buches aufgelistet sind und m.E. eine wirklich gute theoretische Ausgangsbasis für solch ein kompliziertes Unterfangen darstellen.
Und der Autor zeigt und beschreibt auch sehr genau die Gefahren, die bei Unachtsamkeit oder Unwissen drohen – und die dann mit hoher Wahrscheinlichkeit an solch einer Uhr nicht wiedergutzumachenden Schaden entstehen lassen würden.
Natürlich benötigt man für solch ein Vorhaben vor allem sehr viel Geduld, ein ausgeprägtes technisches Verständnis, gute Augen gepaart mit sehr gutem feinmotorischem Gefühl, aber auch sehr viel spezielles Werkzeug – und der Autor hat sich dies teils mit sehr viel Erfindungsreichtum selbst hergestellt bzw. sich von einem befreundeten Uhrmacher besorgen lassen. Auch dazu findet sich sehr viel in diesem Buch.
Natürlich – ein Lehrbuch in klassischer Form ist dieses Buch nicht. Diesen Anspruch kann es nicht erfüllen und dafür ist es m.E. auch nicht geschrieben worden.
Es richtet sich – so schreibt der Autor es im Vorwort – „an den Liebhaber, der sich über seine Spindeltaschenuhr umfassend informieren und kundig machen möchte und für den geschickten Uhrenbastler, der viele Anregungen, Ratschläge und Tipps für Arbeiten an seiner Uhr finden wird.“
Genau dafür ist dieses Buch m.E. wirklich gut geeignet. Die vielen Bilder zusammen mit den sehr anschaulich geschriebenen Texten ermöglichen es, viel über diese Uhr und die technischen Abläufe in solch einer Uhr zu erfahren. Viele dieser Anregungen sind auch in anderen Büchern zu finden – allerdings richten sich solche Bücher in aller Regel an Fachleute, die schon über ein entsprechendes Fachwissen aufgrund ihrer Ausbildung und Berufstätigkeit besitzen. Hier jedoch wird dies nicht in dieser Tiefe und Breite vorausgesetzt, weshalb hier vieles erklärt und gezeigt wird, was so sonst nicht diese Erwähnung findet bzw. finden würde.

Hier noch die Kurzdaten zum Buch:
Reinhart Post
Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr
160 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen
Format: ca. 19,5 cm x 28 cm
ISBN-Nr.: 978-3-86342-235-6
buchwerft-verlag Kiel, 2011
Preis: 69,90 Euro

Ich habe herausgefunden, daß es hier bestellbar ist:
http://www.amazon.de/Die-Reparatur-mein ... 538&sr=8-1


Walter d. J.
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Gnomus
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Re: Reinhart Post: Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr

Beitrag von Gnomus » Fr 10. Aug 2012, 00:27

walter der jüngere hat geschrieben:Insbesondere für LeserInnen, die erfahren möchten, wie es denn in so einer Spindeluhr überhaupt aussieht – schon dies allein sollte Grund genug sein, dieses Buch erwerben zu wollen.
Walter d. J.
Hallo Walter,
danke für die Buchvorstellung. Aber ganz ehrlich, auch wenn ich gerne wissen will, wie es in einer Spindel-TU aussieht (ich hatte zwar schon Gelegenheit, mal mit der Uhrmacherlupe in eine solche rein zu gucken, aber da sieht man auch nicht alles), dafür sind knapp 70€ doch schon ganz schön viel Geld.
Für jemanden, der sich mal an eine Spindel-TU trauen will, ist das Geld sicherlich gut angelegt. Aber ich traue mich nur noch an einfache Taschenuhren mit Stiftankerhemmung ran.
Aber als Anregung für das Forum: Vielleicht kann mal jemand, der gerade eine Spindel-TU am Wickel hat, mal ein paar Fotos vom Innenleben veröffentlichen?
Trotzdem, Walter, mach weiter so mit den Buchvorstellungen! BTW, vielen Dank für den Tip für "150 Jahre Uhren und Maschinen aus Ruhla"!
Gruß
Micha

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uhr122
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Re: Reinhart Post: Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr

Beitrag von uhr122 » So 27. Okt 2019, 13:50

Liebe Forumsteilnehmer,

wir werden das Buch von Hr. Post neu gesetzt herausbringen (Hardcover m. Faden, 140 Farbseiten, ungezählte Abb., Preis ca. 43,- €)
Natürlich kostet ein solches Fachbuch über die Spindeltaschenuhr einiges. Dazu einige Bemerkungen und auch noch ein Bildchen aus dem Tagesspiegel:

Gedruckt werden zunächst 30 St. Davon gehen drei Plichtexemplare an die Bundes-/Landesbibliotheken und kostenlose Rezensionsexemlate schon mal weg. Vorher mussten die vielen Bilder bearbeitet werden, das Buch lyoutet und gedruckt werden… Logistik und Versand kosten auch und der Autor möchte ein wenig Anerkennung als Honorar. Und der Verlag, der zunächst alle Kosten trägt möchte diese zumindest zurück bekommen.

Also ist es ein sehr preiswertes Buch, an dem die Macher sicher eher als Hobby herangehen!

Demnach sollte das Buch auch gekauft werden, damit es auch noch in 20 Jahren zu erwerben ist, zumal sich kaum noch Menschen finden, die Lust am Weitervermitteln ihres Wissens haben. Also unterstützen!

So oder so wird das Buch das Lager des Verlages "Historische Uhrenbücher" füllen und es ist sicher viel ansprechender als die Auflage von 2011.

Liebe Grüße
Michael Stern
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petsch
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Re: Reinhart Post: Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr

Beitrag von petsch » So 27. Okt 2019, 21:09

Hallo Michael, vielen Dank für Deine Erklärung zum Buchpreis.

Ich glaube nicht, dass das eine Preiskritik im Allgemeinen war, sondern "Gnomus" fand es für sich selbst zu viel Geld, um "nur" darin zu sehen, wie eine Spindeluhr von innen aussieht.

Außerdem kostet die Neuausgabe demnächst ja auch ca. 30% weniger.
uhr122 hat geschrieben: ..Also ist es ein sehr preiswertes Buch, an dem die Macher sicher eher als Hobby herangehen!...
Ich denke auch, dass viele Uhrenbücher aus dem Hobby heraus entstanden sind und man damit auf keinen Fall reich werden kann. Deshalb auch ein Dank an Herrn Post, und andere Hobbyautoren, dass sie ihre Erfahrungen mit anderen Sammlern auf diese Weise teilen.

Und natürlich an Euch, dass ihr ihnen beim Veröffentlichen helft und auch viele ältere Bücher wieder verfügbar macht.



Gruß
Peter

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derTeichfloh
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Re: Reinhart Post: Die Reparatur meiner Spindeltaschenuhr

Beitrag von derTeichfloh » Mo 28. Okt 2019, 21:20

Hallo,

da freu ich mich aber - ich warte schon eine Weile...
HolzZahnRadUhrenSammler

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