Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Welche Uhr, welches Werk ist das ?
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soaringjoy
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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von soaringjoy » Fr 8. Mär 2013, 11:14

Nein, kenne ich auch nicht.

Aber, wir wissen doch heute auch, dass diese "Herstellerzeichen" leider nur von "relativem" Wert
für die tatsächliche Herkunft eines Werkes sind.
Spass macht das Suchen trotzdem. ;)
J.
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droba
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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von droba » Fr 8. Mär 2013, 18:02

soaringjoy hat geschrieben: Aber, wir wissen doch heute auch, dass diese "Herstellerzeichen" leider nur von "relativem" Wert für die tatsächliche Herkunft eines Werkes sind.
Spass macht das Suchen trotzdem. ;)
J.
Hm- diese Ankerbrücken haben in meinen Augen eine höhere Aussagekraft, als das Zeichen eines Händlers oder Gehäuseherstellers auf einem industriell gefertigten Uhrwerk um das Jahr 1900 oder später.
Diese Ankerbrücken, seien sie nun gegossen oder schon gestanzt, zeigen, dass hier ein hausgewerblicher Betrieb des Schwarzwaldes sich um eine möglichst serienmäßige Herstellung seiner Holzplatinenwerke bemühte.

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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von soaringjoy » Mo 11. Mär 2013, 10:28

Schon, nur sollte man sich auch vor Augen halten, das z.B. der eine oder andere Uhrmacher
eine ganze Reihe von Betrieben belieferte.
Ich denke insbesondere an die verbrieften Beispiele von Ph. und Andreas Eschle, Gütenbach,
die ihre fertigen Uhrwerke u.a. auch an LFS geliefert hatten.
Da kann ich mir mittlerweile sogar vorstellen, dass einige Uhrenmacher die Tasche voll von
verschiedenen Ankerplättchen hatten. Dienstags kam Hase auf den Teller, Freitags Fisch... ;)
J.
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droba
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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von droba » Mo 11. Mär 2013, 14:41

soaringjoy hat geschrieben:Schon, nur sollte man sich auch vor Augen halten, das z.B. der eine oder andere Uhrmacher
eine ganze Reihe von Betrieben belieferte.
Ich denke insbesondere an die verbrieften Beispiele von Ph. und Andreas Eschle, Gütenbach,
die ihre fertigen Uhrwerke u.a. auch an LFS geliefert hatten.
Da kann ich mir mittlerweile sogar vorstellen, dass einige Uhrenmacher die Tasche voll von
verschiedenen Ankerplättchen hatten. Dienstags kam Hase auf den Teller, Freitags Fisch... ;)
J.
Yep, da ist was dran, aber es kommt auf die Beziehungen und besonders auf die gewachsenen Strukturen der einzelnen Betriebe an. Wir wissen, dass z.B. Ph. Haas sehr viele hausgewerbliche Uhrmacher an sich gebunden hat, die nur für Haas gefertigt haben. In diesem Fall kommt das Zeichen also tatsächlich von Haas und nicht vom Uhrmacher selbst.

Kienzle hat nach meiner Kenntnis so nicht gearbeitet, sondern hat seine Holzplatinenwerke wirklich selbst gefertigt und im Rahmen seiner eigenen Handelsbeziehungen auch selbst vertrieben. Auch bei den Bäuerle-Betrieben in St. Georgen kann ich mir nicht vorstellen, dass die Holzplatinenwerke zugeliefert wurden. Ebenso nicht bei AMS und LFS.

Zusammengefasst:

Wenn der Betrieb aus einer Packerei hervorgegangen ist (z.B. Ph. Haas, Mauthe) dann ist die Wahrscheinlichkeit wirklich groß, dass die Holzplatinenwerke von abhängigen Uhrmachern kamen. Bei allen anderen Betrieben ist aber eher von einer eigenen Fertigung auszugehen. Dass ein Uhrmacher aber für verschiedene Auftraggeber gearbeitet hat, dürfte die absolute Ausnahme gewesen sein. Dafür ist mir bisher kein Beispiel bekannt.

Aber wir wissen ja- es gab nichts, was es nicht gab...

droba

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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von soaringjoy » So 17. Mär 2013, 19:41

Doch, doch. ;)

Gerade Andreas Eschle belieferte in den Jahren 1866 - 1899 etwa zwei Dutzend verschiedene
Uhrenmacher, darunter Salomon Dold, Adolf Hummel, Josef Faller, Peter Ketterer und eben auch
den "Schmittelenz" (Lorenz Furtwämgler) und LFS als Nachfolgefirma.
LFS wurde sogar besonders gerne beliefert, denn die zahlten bar.

Scherzinger: Geschichte der Gütenbacher Uhrenmacherei, S. 184, u.a.

Jürgen
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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von droba » So 17. Mär 2013, 20:12

Richtig, ein Uhrmacher, der an verschiedene Abnehmer liefern konnte war natürlich im Vorteil.

Die Packer haben aber alles daran gesetzt, die Uhrmacher durch Kompensationsgeschäfte von sich abhängig zu machen: Die Uhren wurden erst Monate später bezahlt, in der Zwischenzeit musste der Uhrmacher seinen Bedarf an Draht, aber auch an Lebensmitteln beim Packer besorgen. Und aus dieser Abhängigkeit konnten sich die Uhrmacher in der Regel kaum mehr befreien. Es gab aber Uhrenaufkäufer, die im Auftrag von Packern tausende an Uhren im Jahr aufgekauft haben. Diese Aufkäufer waren mit allen Tricks vertraut und mit allen Hunden gehetzt...

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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von soaringjoy » Fr 22. Mär 2013, 11:42

...und manche verschwanden auf nimmer-wiedersehen mit der "Beute", schon klar.

Da Eschle jedoch noch mindestens bis 1906 im Geschäft war, dürfte er zu den wohlsituierten
gehört haben. :)

J.
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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von Neustädter » Do 14. Mai 2020, 19:07

Zunächst bitte ich um Nachsicht, das ist mein erster Beitrag. - In diesem Forum wurden bis jetzt nur Ankerplättchen von Holzplatinenwerken gezeigt. Deshalb möchte ich mitteilen, dass Philipp Haas & Söhne den Hasen auch auf einem Messing-Platinenwerk verwendet hat. Dieses Werk habe ich erst vor kurzem erworben. Aber dadurch wurde mein Interesse an den unterschiedlichen Formen der Ankerplättchen geweckt und ich habe dieses Forum mit Beiträge zu den Ankerplättchen entdeckt. Daraufhin habe ich in meiner Uhrensammlung nachgesehen und ein Uhrwerk entdeckt, das einen Vogel als Ankerplättchen hat, der bereits in einem Beitrag vorgestellt wurde. Bei meiner Uhr befindet sich jedoch in der Rückwand das eingeprägte Firmenlogo von Johann Martin Mauthe in Villingen wie ich bei mikrolisk.de/trademarks herausgefunden habe.
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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von steffl62 » Fr 15. Mai 2020, 06:56

Spannende Sache, ich kenne solche Ankerplättchen eigentlich nur auf Holzwerken.
Vielen Dank fürs vorstellen!

lg Christian
.
Fragen, Korrekturen und Ergänzungen zu meinen Beiträgen sind ausdrücklich erbeten und gewünscht!

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Re: Schwarzwälder Ankerplättchen - reloaded

Beitrag von derTeichfloh » Mo 18. Mai 2020, 17:17

ja, stimmt. Auf Metallplatinen habe ich das auch noch nicht gesehen.

Danke fürs Zeigen!

mfg
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