Comtoise Spindelhemmung Rostpendel

Welche Uhr, welches Werk ist das ?
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Minzbonbon
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Comtoise Spindelhemmung Rostpendel

Beitrag von Minzbonbon » Sa 27. Jul 2019, 23:00

Moinsen Kollegen,
Meine neuerworbene Comtoise hat ein 10“ (pouces) großes Gehäuse. Werk mit Stundenschlag auf 135 mm Bronzeglocke, Repetition nach 2 Minuten und Halbstundenschlag. Gewichtsbelastete Schlagwerkauslösung. Keine weiteren Komplikationen. Spindelhemmung. Schweres Rostpendel mit 220mm-Linse. Fadenaufhängung in einem Fadenhäuschen. Das einteilige Frontblech aus geprägten Messingblech zeigt das Motiv des Sonnenkopfes mit Blumenschale/-ranken und zwei Turteltauben. Das Zifferblatt hat röm. Ziffern und eine Minuterie, zwischen den Aufzugslöchern zeigt es ein buntes florales Motiv, es ist signiert mit „Sennepin à Roanne“. Gesägte Messingzeiger. Alles passt perfekt zusammen, Bohrungen, Schrauben, Löcher, auch Dreck und Patina, es ist ein Original aus dem 19. Jhdt., keine Fälschung, Reproduktion oder Mariage.
Nun zu meiner Frage. Etwas unsicher bin ich bei dem Pendel. Denn die Kombination von einer Spindelhemmung mit einem doch recht schweren Rostpendel mit seiner großen Linse ist eher ungewöhnlich, weil die Antriebskraft der Spindelhemmung ja nicht sehr groß ist. Tatsächlich kenne ich eigentlich Spindelhemmungen nur zusammen mit einem Bleibirnenpendel oder einem einfachen Faltpendel mit kleinerer Linse. Zwar läuft die Uhr mit dem schweren Rostpendel absolut einwandfrei, dennoch bleiben leichte Zweifel. Der Kern der Frage ist: Ist eine originale Kombination von Spindelhemmung/ Fadenaufhängung und Rostpendel (und den anderen Merkmalen) historisch belegt? Kann das Pendel zeitlich und original zum Rest der Uhr gehören? Ergibt die Altersbestimmung der Uhr dann die Zeit um 1850 oder doch eher die 1860er Jahre?
LG - Thomas
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Altezeit
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Re: Comtoise Spindelhemmung Rostpendel

Beitrag von Altezeit » Mo 2. Sep 2019, 22:53

Nach Gustav Schmitt's Buch "Die Comtoiser Uhr" trat das Rostpendel mit der Einfuehrung der Ankerhemmung auf, ab ca. 1850. Das schliesst natuerlich nicht aus dass einzelene Uhren mit Spindelhemmung und Rostpendel ausgeruestet wurden, macht es aber recht unwahrscheinlich.

Uhralt

H.Schultz
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Re: Comtoise Spindelhemmung Rostpendel

Beitrag von H.Schultz » So 22. Sep 2019, 11:07

Hallo Minzbonbon,
in der Beschreibung Ihrer Uhr vermisse ich die Angabe Vorderpendel oder Hinterpendel und wieviel die Gewichte wiegen.
Habe schon einige Spindelhemmungs-Comtoise gesehen die mit Rostpendel gelaufen sind. Allerdings waren es Vorderpendler
und die Gewichte waren bei 5 kg.

Freundliche Grüße

Hartmut Schultz

77erprivatier
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Registriert: So 22. Sep 2019, 19:32

Re: Comtoise Spindelhemmung Rostpendel

Beitrag von 77erprivatier » So 13. Okt 2019, 10:53

Hallöchen,
Also die Frage ob Hinter/Vorderpendel erübrigt sich, das ist am Foto klar erekennbar. Laut Aussage eines Comtoisesammlers und Comtoise Spezialisten wurde wahrscheinlich die Uhr später mal modernisiert und mit einem Rostpendel versehen. Glaube sogar, dass auch die Zifferblattverziehrung modernisiert wurde. Kann aber auch sein, dass einfach ein anders Werk verwendet wurde. Ein Freund von mir hat das selbe "Problem". Deine Uhr ist laut Fachbeschreibung auf alle Fälle älter als der Pendel. Alleine die Fronträder aus Eisen, Hinterpendel sowie die Spindelhemmung deuten darauf hin. Schau mal auf "https://www.la-pendule.de/antike-uhren" Da kannst die die diversen Werke ansehen.
Wenn es eine andere Meinung dazu gibt, würde ich mir diese gerne anhören, bzw diskutieren.
Privatier

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