Zeitwaage Progretta 61 Typ 526

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astrolab
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Re: Zeitwaage Progretta 61 Typ 526

Beitrag von astrolab » Fr 5. Aug 2011, 13:58

Typ1-2-3 hat geschrieben:Ist ein starkes Teil. An sich für das Museum! Sollte man erhalten, denn diese Geräte gibt es nicht mehr an jeder Ecke. Wer hebt schon so was auf?

Habe noch ein Ultraschallgerät aus ähnlicher Zeit, aber noch in Betrieb. Vielleicht nicht ganz so alt, denn es hat schon Platinen, aber noch Röhren. Den Schall muss man noch mit der Hand justieren, aber das Gerät tut es und hat immerhin 5-Liter-Gefäße. Kann ja mal ein Bild von machen.

Frank
Hallo Frank,

Fände ich toll wenn Du von dem Ultraschall mit Handjustierung ein Bild zeigen würdest.
Ich finde diese alten Geräte, welcher Art auch immer sehr interessant.
Gruß
Rolf
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walter der jüngere
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Re: Zeitwaage Progretta 61 Typ 526

Beitrag von walter der jüngere » Sa 6. Aug 2011, 09:29

Hallo,

den Thread und die Bilder vom alten Ultraschallgerät findet man hier:
http://www.dg-chrono.info/dg-chrono.de/ ... 201#p13201

Walter d. J. (Moderator)

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Willy
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Re: Zeitwaage Progretta 61 Typ 526

Beitrag von Willy » Sa 6. Aug 2011, 20:02

astrolab hat geschrieben:
Phalos hat geschrieben:*gg* ich meine ja auch nur. Ich habe dir auch nicht unterstellt, dass du es 24h jetzt an der Dose hängen hast ;)
Also nochmal:
Kein Mensch der von der Seltenheit dieser Geräte wirklich Kenntnis hat würde auf die Idee kommen Bauteile gegen Neuere auszutauschen und damit den Wert und die Originalität zu zerstören.
Doch, ich könnte - ebenso wie Phalos - durchaus auf die Idee kommen. Was nützt ein potentiell kaputtes Gerät in einer Vitrine? Und der historische Wert wird m.E. häufig ganz fürchterlich überschätzt. Genau genommen kosten Museen schon jetzt zu viel Geld und wenn das so weitergeht, dann werden in 2000 Jahren 99% dieser Welt unter Denkmalschutz stehen und die Bewohner können sehen wie sie sich auf dem restlichen Prozent nicht allzu sehr gegenseitig nerven. ;)

LG, Willy

walter der jüngere
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Re: Zeitwaage Pragretta 61 Typ 526

Beitrag von walter der jüngere » Sa 6. Aug 2011, 20:18

Hallo,

es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen - wie fast zu jedem Ding - zum Erhalt alter technischer Geräte:
Möglichst absoluter Originalzustand - gilt insbesondere für Museen
oder
möglichst einwandfreie Funktion, so wie einst, wo das Teil neu war (machen heute viele Museen mit ihren Zweit- oder Drittexemplaren).
Die Kombination beider Möglichkeiten stellt den Traum vieler Sammler dar, ist aber technisch nicht möglich. Oft entscheiden sich Sammler für die funktionsorientierte Variante.

Ich für meinen Teil sehe es so, daß Zeitwaagen aus der zweiten Generation dieser Geräte - also wie die Pragretta 61 - schon musealen Charakter haben, bzw. in absehbarer Zeit bekommen.
Doch wieviele solcher Geräte in Museen schon deponiert sind, und wieviele Museen solche Geräte suchen (werden), die Zahl dürfte überschaubar bleiben.

Wenn jemand so eine Pragretta 61 in die Hand bekommt, sollte vor dem Einschalten nicht nur die elektrische Seite des Apparats überprüft werden (v.a. Leckströme der meist defekten WIMA-Kondensatoren, sowie der Elektrolytkondensatoren und der Zustand des Gleichrichters, Kontakte der Schalter und des Mikrofons), sondern auch die mechanische Seite verdient einige Aufmerksamkeit: Die Mikrofone haben Kunststoffschieber, die gern verspröden, und der Motor sitzt gern fest - meist aufgrund verharzten Öls. Tut er dies unter Strom zu lange, brennt er durch. Reparaturversuche enden meist ohne Erfolg.
Ebenfalls einen kritischen Blick sollte man dem Mikrofon widmen:
Sind diese feucht geworden, bzw. bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert worden, sind sie meist defekt, ebenso wenn sie bei hohen Temperaturen (Dachboden...) aufgehoben wurden.
Die Piezoträger reagieren auf solche Umgebungsbedingungen sehr empfindlich.

Betriebsstörungen entstanden beim Benutzen des (intakten) Gerätes v.a. durch nicht fest angschraubte Mikrofonstecker, schlecht eingespannte Uhren, zu niedrig gestellte Mikrofonverstärkung.
Was hin und wieder auch passierte:
Man bekam keine verwertbaren Gangergebnisse durch unregelmäßigen Gang der zu überprüfenden Hemmung.

So das Gerät elektrisch und mechanisch überarbeitet ist, lässt sich auch heute noch prächtig damit arbeiten.
In der späteren Ausführung gleichen Typs lassen sich durch die drei Frequenzstufen (Schalter auf der Oberseite) eine Menge unterschiedlicher Gangfrequenzen testbar machen.
Der in seiner Lautstärke regelbare Lautsprecher (der Regler regelt zugleich die Mikrofonverstärkung)
ermöglicht das Abhören der Gang- und Nebengeräusche der Uhr.

Alles in allem ein Gerät, welches vor den selbstschreibenden Zeitwaagen durchaus als bedienungsfreundliches, und fortschrittliches Gerät galt. Allerdings hatten nur wenige Werkstätten zu dieser Zeit solche Apparate zur Verfügung.

Walter d. J. (Moderator)

P.S.: Die Skala der Pragretta 61/526 gab es auch noch in einer anderen Ausführung:
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Re: Zeitwaage Progretta 61 Typ 526

Beitrag von astrolab » So 7. Aug 2011, 00:22

Willy hat geschrieben:
astrolab hat geschrieben:
Phalos hat geschrieben:*gg* ich meine ja auch nur. Ich habe dir auch nicht unterstellt, dass du es 24h jetzt an der Dose hängen hast ;)
Also nochmal:
Kein Mensch der von der Seltenheit dieser Geräte wirklich Kenntnis hat würde auf die Idee kommen Bauteile gegen Neuere auszutauschen und damit den Wert und die Originalität zu zerstören.
Doch, ich könnte - ebenso wie Phalos - durchaus auf die Idee kommen. Was nützt ein potentiell kaputtes Gerät in einer Vitrine? Und der historische Wert wird m.E. häufig ganz fürchterlich überschätzt. Genau genommen kosten Museen schon jetzt zu viel Geld und wenn das so weitergeht, dann werden in 2000 Jahren 99% dieser Welt unter Denkmalschutz stehen und die Bewohner können sehen wie sie sich auf dem restlichen Prozent nicht allzu sehr gegenseitig nerven. ;)

LG, Willy
Hallo Willy,

Entschuldige wenn ich da vollkommen anderer Meinung bin.
Und obwohl Walter d.J. ja schon ganz richtig den historischen Wert dieses Gerätes eingeschätzt hat und nicht etwa überschätzt hat, will ich nochmal auf deine Antwort eingehen.
Wie ich ja schon erwähnte arbeitet das Gerät einwandfrei und wird nicht mehr genutzt, schon allein aus dem Grunde weil die heutigen Zeitwaagen wesentlich präziser und komfortabler im Gebrauch sind.
Wenn es also nicht mehr genutzt wird besteht auch keine Notwendigkeit Originalteile auszuwechseln.
Das wäre mit verlaub Schwachsinn.

Das Museen immer mehr Geld kosten liegt zum Teil an fragwürdigen Sammlern die durch ihre oft mafiösen Anstrengungen an die Objekte ihrer Begierde um jeden Preis heranzukommen die Beschaffungskosten auch für Museen in schwindelnde Höhen treiben.

Alleine das Zugänglichmachen der seltensten und kostbarsten Uhren für die breite Masse der Uhreninteressierten durch Museen rechtfertigt doch die entstehenden Kosten, die übrigens oft durch private Spender aufgefangen werden.
Von den Forschungen über die Objekte bis hin zu den Bemühungen der Erhaltung durch die Museen ganz zu schweigen.

Die Alternative zu nicht vorhandenen Museen wären doch die vorhin erwähnten Sammler, die der Allgemeinheit Kulturgut entziehen und in ihren Tresoren verschwinden lassen.

Also, von jemanden der sich wie Du mit Uhren beschäftigt finde ich diese Auslassung - gelinde gesagt - erstaunlich.
Gruß
Rolf
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Re: Zeitwaage Progretta 61 Typ 526

Beitrag von astrolab » So 7. Aug 2011, 15:03

Hier noch eine Kopie der Original - Bedienungsanleitung die mir vor Jahren die Firma Engelkämper zur Verfügung stellte.

Das auf dem Umschlag abgebildete Gerät ist ein späteres Modell welches schon mit fest vorgegebenen Schwingungen arbeitete.
Das Forum "Radiomuseum" hat auch ein Nachfolgemodell im Programm, welches vom Gehäuse und Aufbau mit meinem identisch ist, aber oben auf dem Gehäuse einen Frequenzumschalter hat, wie Walter d. J. in seinem Kommentar vorher erwähnt hat.
Die Bezeichnung "Progretta 61 / Typ 526" wurde für die gesamte Serie verwendet. Ich vermute aus Kostengründen wegen der anzufertigenden Typenschilder. Man muß bedenken das man sich von der Zeit her kurz nach dem Zweiten Weltkrieg befand, wo sich viele Firmen im Neuaufbau befanden.

Irrtümlich hatte man im "Radiomuseum" das Gerät mit Pragretta bezeichnet, weil die gewählte Schrift nur einen kleinen Unterschied zwischen "o" und "a" macht und man schon genau hinschauen muß um den Unterschied zu bemerken.

Nach dem ich diesem Forum gestern eine Kopie der Anleitung zugemailt hatte, hat man da natürlich die Bezeichnung in "Progretta" abgeändert.
Siehe hier: http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... x=77&ty=50

Hier also nun die Anleitung als Scan wo man allerdings die Seitenreihenfolge wegen des A5 - Formates selber zusammen stellen muß.

Umschlag,-Aussen.jpg
Umschlag,-Innen.jpg
1.-Blatt,-1.jpg
1.-Blatt,-2.jpg
2.-Blatt,-1.jpg
2.-Blatt,-2.jpg
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Gruß
Rolf
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