Diskussion um Weckeridentifikation

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petsch
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Diskussion um Weckeridentifikation

Beitrag von petsch » So 31. Mär 2013, 00:05

Ich habe die Diskussion mal dupliziert und beim eigentlichen Thema gelöscht, da der Link zur Weckeridentifikation als Wichtig oben stehen bleiben soll und diese Diskussion darüber vielleicht auch wichtig ist, aber die Beiträge nicht ewig in den Ausmaßen dem eigentlichen Thema anhängen sollen.

Um diesen Link : http://www.dg-chrono.de/index.php/bibli ... eckerwerke
geht es hier.


Gruß
Peter

edit : veralteten Link ersetzt
Zuletzt geändert von petsch am Di 10. Mär 2015, 19:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: .

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wahli76
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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von wahli76 » So 31. Mär 2013, 09:02

Hallo Peter,

danke für den Link. Ich bin mir noch nicht sicher inwieweit diese Datenbank über den Flume-Größurschlüssel hinausgeht. Wenn´s weiter so schneit, werde ich mich über die Feiertage mal in der Datenbank umschauen.

Frohe Ostern

Kurt

walter der jüngere
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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von walter der jüngere » So 31. Mär 2013, 19:08

Hallo,

ich habe die Arbeit von Herrn Dees von außen miterleben dürfen und wage mir daher, etwas mehr dazu zu schreiben:
Die von Herrn Dees zusammengestellte Übersicht über Weckerwerke geht bei Weitem über das hinaus, was in den Furniturenkatalogen, den Flume- bzw. Jacob-Werkverzeichnissen usw. zu diesem Genre zu finden ist.
Und zwar sowohl was die Quantität, aber auch was die Zuordnung zu den einzelnen Herstellern betrifft.
Eigentlich ist dies ja auch logisch - denn die Druckwerke der Ersatzteilhändler sollten ja der Ersatzteilbestelung dienen - also wurden dort nur Angaben hineingesetzt, die das Bestimmen der jeweils benötigten Ersatzteile erleichtern sollten. Also z.B. Maße von Unruhwellen, Abbildungen von Remontoirfedern, -hebel usw. Das hat mehr zur Folge:

Es wurden nur Kaliber in das Verzeichnis aufgenommen, die gängig waren - d.h., wo sich die Bevorratung mit Ersatzteilen auch für den Großhändler lohnte!

Es wurden nur Kaliber von Herstellern aufgenommen, die diese Form der Ersatzteilversorgung bedienten (manche Firmen lehnten eine solche Zusammenarbeit mehr oder minder kategorisch ab).

Die Abbildung von Werken wurde nur da gezeigt, wo dies effizient dazu beitrug, die Rate der Fehlbestellungen klein zu halten. Jede Abbildung kostete den Ersatzteilhändlern letztendlich Geld (Erstellung, Druck, Papier..).
Oft genug aber wurden auch einfach nur Sortimente angeboten bzw. Maßtabellen mit Bestellnummern erstellt - zum Beispiel für Unruh- und Aufzugswellen.
Wer was wo verbaut hat, das war da völlig egal. Hauptsache, man findet das passende Ersatzteil und bestellt auch genau dieses.


Was an der Übersicht von Herrn Dees noch zu perfektionieren wäre:
Angaben über de Produktionszeiträume, die jeweiligen Stückzahlen, die daran vorgenommenen Modellabwandlungen, viele schöne Fotos vom jeweiligen Werk und ein Link, wo es ein preiswertes Vollsortiment aller nötigen Ersatzteile und am besten dazu noch mindestens ein Regiment an preiswert erhältlichen Komplettexemplaren dieser Wecker gibt... ;)

Ich denke, wer sich mit der Identifizierung von Weckern beschäftigt, dem ist mit dem nun vorliegenden Ergebnis dieser immensen Puzzlearbeit von Herrn Dees sehr viel geholfen worden.
Aber auch Herrn Dr. Huber von der DGC-Bibliothek sei herzlich gedankt - er hat es ermöglicht, daß diese Übersicht in der DGC-Homepage nun für die Allgemeinheit zugänglich ist.

Walter d. J.

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droba
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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von droba » Mi 3. Apr 2013, 10:31

wahli76 hat geschrieben:Hallo Peter,

danke für den Link. Ich bin mir noch nicht sicher inwieweit diese Datenbank über den Flume-Größurschlüssel hinausgeht. Wenn´s weiter so schneit, werde ich mich über die Feiertage mal in der Datenbank umschauen.

Frohe Ostern

Kurt
Hallo Kurt,

die Weckerwerkliste Dees geht in ihrem Umfang bei Weitem über die Angaben von Flume und Jacob hinaus:

Deutsche Wecker gibt es schon seit Ende der 1880er Jahre, aber der erste Flume-Katalog entstand erst Mitte der 1920er Jahre. Und leider geben die Flume-Kataloge nicht durchgängig den Hersteller an, sondern wollten nur die Ersatzteil-Nummer angeben, unter der bestellt werden kann. Die Zahl an Weckern ohne eine Herstellerbezeichnung ist jedoch enorm und wer sich mit Weckern vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigt, der weiß, dass zum Beispiel das Werk 10 von Junghans von mehr als 20 deutschen und internationalen Herstellern zum Verwechseln ähnlich und sogar zum Teil mit identischen Abmessungen nachgebaut wurde.

Die Werkliste von Herrn Dees ist also eine großartige Hilfe für jeden Weckersammler, denn sie ermöglicht erstmals die Bestimmung auch von unbezeichneten Weckern. Und hervorzuheben ist, dass Herr Dees seine ungeheure Arbeit vollkommen unentgeldlich hier bei der DGC veröffentlicht! Das verdient unsere besondere Hochachtung!!

droba

walter der jüngere
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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von walter der jüngere » Mi 3. Apr 2013, 11:48

Hallo,

ein kleines Feedback bezüglich alter Wecker / Weckeridentifikation in Flume ... Katalogen:
Ab 1872 boten u.a. die Firma Holzweißig (später: Holzweißig Nachf.; ab 1894: Gustav Sturm, Reichsstr. 7) in Leipzig, ab 1877 auch die Firma Jacob in Leipzig, ab 1887 die Firma Flume in Berlin-Mitte in entsprechenden Mengen Uhrmacherbedarfsartikel (Furnituren) an. Bestellt bzw. gekauft werden konnte per Katalog bzw. Preisliste, aber auch am Geschäftssitz dieser Firmen.
Zur Zeit werte ich für zwei voneinander unabhängig laufende Projekte mehrere alte Furniturenkataloge (ganz aktuell u.a. Flume 1906, Jacob 1911, Sturm 1914) aus.
Da es in diesem Thread gerade um die vergleichsweise alten Wecker geht, habe das mir gerade vorliegende Material daraufhin mal durchgeschaut:
Die dort aufgeführten Wecker(-ersatzteile) sind schon rein optisch höchst interessant - aber:
Flume bezieht sich gern auf Junghans,
Jacob auf ein paar Hersteller mehr (Baduf, GB, Kienzle, Haas, Th.Haller, HAU, Junghans, Mauthe, Werner),
Sturm hat eher Sortimente bzw. Standardteile (z.B. Federn in versch. Maßen)
im Bestand.

Ähnliches trifft übrigens auch auf Regulatoren, Küchenuhren usw. zu.

Was bei allen gleich zu sein scheint: Zur Identifikation von Weckerwerken sind frühe Furniturenkataloge oder sog. Händler- bzw. "Warenhauskataloge" m.E. eher ungeeignet. U.a. für die Klärung von Modellbezeichnungen, Modellvariationen usw. sind solche Auswertungen (genauso wie das Hinzuziehen von Auswertungen der DUZ, des AJU usw.) hingegen oft sehr hilfreich - aber oft (u.a. aufgrund der mittlerweile erreichbaren Materialmenge) extrem aufwendig. Es werden immer wieder neue Materialbestände gefunden, erschlossen, digitalisiert bzw. auf anderem Wege wieder zugänglich gemacht. Das trifft in gleicher Weise auch auf Herstellerkataloge bzw. Prospektmaterial usw. zu.
Gerade die Drittanbieter haben oft Sachen im Sortiment, die unter anderem Label (Hausmarken) oder in leicht variierter Form/Ausführung angeboten werden. Aber eben nicht unter der Herstellerbezeichnung. Genau, um die direkte Vergleichbarkeit der Angebote zu unterbinden bzw. deutlich zu erschweren. Dennoch geben sie Einblick in die damalige Angebotssituation und ermöglichen oft die Klärung / Unterscheidung von späterer Marriage und original erhalten gebliebenem No-Name-Produkt.

Walter d. J.

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droba
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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von droba » Mi 3. Apr 2013, 12:40

Hallo Walter,

natürlich gab es schon vor 1925 Furnitourenkataloge. Wie Sie richtig sagen besonders für Taschenuhrenteile, aber diese frühen Furnitourenkataloge haben keine Werkplatinen von Weckern abgebildet, um die Herstellerbestimmung zu ermöglichen.

Insofern geht Ihr Beitrag am Thema vorbei.

Der erste Flumekatalog mit Platinenabbildungen für Wecker stammt aus dem Jahr 1925. Darin waren neben den Abbildungen der Platine auch die Abmessungen des Werkes in Breite, Höhe und Platinenabstand angegeben. In dieser Form hat Herr Dees auch sein Weckerverzeichnis aufgebaut.

droba

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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von KleineSekunde » Mi 3. Apr 2013, 18:45

Hallo,
droba hat geschrieben:Insofern geht Ihr Beitrag am Thema vorbei.
Bezogen auf den Titel des Themas mag das richtig sein.

Aber ich denke, dass diese Hintergrundinformationen für Weckersammler durchaus interessant sein können:
walter der jüngere hat geschrieben:Was bei allen gleich zu sein scheint: Zur Identifikation von Weckerwerken sind frühe Furniturenkataloge oder sog. Händler- bzw. "Warenhauskataloge" m.E. eher ungeeignet. U.a. für die Klärung von Modellbezeichnungen, Modellvariationen usw. sind solche Auswertungen (genauso wie das Hinzuziehen von Auswertungen der DUZ, des AJU usw.) hingegen oft sehr hilfreich
An der Stelle durchaus noch einmal der Hinweis auf die Bibliothek der DGC in Nürnberg:
http://www.dg-chrono.de/index.php/bibliothek

Noch eine Frage zu der Übersicht der Werke / der Platinen auf den Seiten der DGC:
In der Übersicht sind (mindestens) vier Platinen nebeneinander angeordnet. Ich sehe die jeweils vierte Platine in den einzelnen Reihen jedoch nur zur Hälfte. Liegt dies an den Einstellungen meines Rechners oder haben andere Nutzer auch dieses "Problem"?

Vielen Dank!

Schöne Grüße

Guido / KleineSekunde

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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von droba » Mi 3. Apr 2013, 19:18

Guido, ich bin auch über die Wecker zum Uhrensammeln gekommen. Und gerade weil es extrem viele unbezeichnete Wecker gibt, entstand unter den Weckersammlern das Bedürfnis, sich auszutauschen und sich bei der Bestimmung der Wecker weiter zu helfen.

Die Weckersammler sind dadurch schon seit Jahren untereinander vernetzt (damals gab´s das DGC-Forum noch gar nicht...) und haben die wenigen vorhandenen Flume Platinenabbildungen untereinander ausgetauscht.

Ich will damit sagen:

Da bekannt ist, dass Furnitourenkataloge keine Hilfe für die Bestimmung des Herstellers eines Weckers sind, warten wir Weckersammler schon seit Jahren auf die Weckerwerkliste von Herrn Dees!

droba

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Re: Weckeridentifikation anhand der Platinen

Beitrag von KleineSekunde » Mi 3. Apr 2013, 19:53

Hallo,

die Arbeit von Herrn Dees verdient sicherlich großen Respekt und stellt eine ganz hervorragende Möglichkeit zur genauen Bestimmung von Weckern dar!

Es gibt darüber hinaus aber sicherlich auch weitere Möglichkeiten für Weckersammler an interessante Detail-Informationen zu kommen: Unter anderem eben auch über Zeitschriften und andere Literatur, die bei der DGC-Bibiothek ja durchaus vorhanden ist und die Interessenten ja auch durchaus offen steht.

Die Hinweise waren also eher als Ergänzung zu verstehen. Wirklichen Sammlern sind diese Informationen sicherlich nicht neu, aber ich denke, dass in dem nun eher offenen Forum durchaus auch interessierte Laien mitlesen, die sich über weiterführende Hinweise möglicherweise freuen, um die eigenen Recherchen bei Bedarf / Interesse weiter zu vertiefen.

Schöne Grüße

Guido / KleineSekunde

petsch
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Re: Diskussion um Weckeridentifikation

Beitrag von petsch » Mo 22. Apr 2013, 18:20

KleineSekunde hat geschrieben:Noch eine Frage zu der Übersicht der Werke / der Platinen auf den Seiten der DGC:
In der Übersicht sind (mindestens) vier Platinen nebeneinander angeordnet. Ich sehe die jeweils vierte Platine in den einzelnen Reihen jedoch nur zur Hälfte. Liegt dies an den Einstellungen meines Rechners oder haben andere Nutzer auch dieses "Problem"?
Hallo Guido,

ja, das Problem hatten andere auch.
Die Homepage der DGC ist ja überarbeitet worden , bzw, ist noch in der Überarbeitung , aber jetzt scheint alles richtig zu funktionieren und die Weckerplatinen werden vollständig abgebildet.

Wahrscheinlich hast Du es aber auch schon gesehen.

Gruß
Peter

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