Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Vorstellung von Uhren und Uhrensystemen
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Phalos
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Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von Phalos » Sa 27. Okt 2012, 20:54

Diese schöne, uralte Mutteruhr habe ich heute auf dem Flohmarkt gekauft.
Eine der wahrscheinlich ersten Mutteruhren überhaupt.

Die Nebenuhrschaltung ist sehr interessant. 3 Pole sind von der Platine isoliert in einem Wechselschalter (mechanisch) befestigt, der jede Minute mechanisch ausgelöst wird und abewechselnd den liken und den rechten Kontakt mit dem mittleren verbindet. Als Gegenpol diehnt sozusagen das ganze Uhrwerk, welches der andere Pol ist.

So werden die Nebenuhren weitergeschaltet. Das gute, da die Uhr autark ist und mit Federkraft läuft, kann man die beliebige Spannung für die Nebenuhr anschließen.
Oben sind Schraubkontakte angebracht für die Anschlusskabel. Außerdem noch vier weitere deren Funktion ich mir aber nicht erklären kann, da die im Kasten einfach ins leere laufen.

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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von KleineSekunde » So 28. Okt 2012, 00:35

Hallo Phalos,
Phalos hat geschrieben:Diese schöne, uralte Mutteruhr habe ich heute auf dem Flohmarkt gekauft.
Eine der wahrscheinlich ersten Mutteruhren überhaupt.

Die Nebenuhrschaltung ist sehr interessant. 3 Pole sind von der Platine isoliert in einem Wechselschalter (mechanisch) befestigt, der jede Minute mechanisch ausgelöst wird und abewechselnd den liken und den rechten Kontakt mit dem mittleren verbindet. Als Gegenpol diehnt sozusagen das ganze Uhrwerk, welches der andere Pol ist.
Ich würde vermuten, es es sich um eine "Umnutzung" des vorhandenen Schlagwerkes der Uhr zur Auslösung der polwechselnden Impulse für die Nebenuhren handelt, unter Nutzung eines entsprechenden "Schlagbalkens", wie er auch in anderen Uhren Anwendung findet (z.B. Bürk, frühe Siemens Uhren).

Eine interessante Uhr ist es sicherlich, aber ob es eine der ersten Hauptuhren ist?

Schöne Grüße

Guido / KleineSekunde

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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von Phalos » So 28. Okt 2012, 00:46

Dann wurde hier aber sehr aufwendig umgebaut. Mit einer Art Hebnägelrad als Kleinbodenrad und einem zweiarmigen Flügel an der Schaltwelle.
Ich glaube nicht dass es sich um einen "eigenwilligen" Umbau handelt, wenn überhaupt.
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walter der jüngere
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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von walter der jüngere » So 28. Okt 2012, 11:30

Hallo Phalos,

mit "ich glaube, dass..." und "wahrscheinlich" ist das so eine Sache.
Natürlich ist/wäre es schön, wenn das, was Du über diese Uhr behauptest, auch so ist.
Aber das sollte /muss erst mal sicher geklärt sein.
Alles Kaffeesatzleserei könnte man sonst auch dazu sagen.

Ernsthafte Sammler würden Dir vermutlich einen ähnlichen Rat geben, wie ich ihn hier jetzt mal formuliere:

Recherchiere! Es gibt einige Bücher über Wiener Uhrmacher, es gibt noch viel mehr Bücher über frühe elektrische Uhren.
Dort nachschauen, ggf. im DGC-Fachkreis für elektrische Uhren nachfragen usw.
Sich mit anderen Sammlern elektrischer Uhren, mit Museen usw. in Verbindung setzen, Informationen und Bilder vergleichen. Patente und Konstruktionszeichnungen daraufhin auswerten.

Ansonsten sind solche Behauptungen und Vermutungen modern formuliert "nicht belastbar" und könnten genausogut als Werbetext einer ebay-Auktion fungieren.

Wirkliches, ernsthaftes Sammeln ist etwas grundsätzlich Anderes als das pure Anhäufen von Besitz.
Die eigentliche Arbeit beim Sammeln besteht nämlich nicht im eigentlichen Erwerb, sondern in Recherche, Pflege und Aufbereitung der Exponate, vor allem aber im sicheren konkreten Wissen um das, was man da sammelt.

Auch wenn Dir das weit weg oder weit hergeholt erscheinen mag:
Das Verbreiten von Eventualwissen und Vermutungen ist bestimmt nicht das, wofür Du Dir einen Namen gemacht haben möchtest. Einen solchen Ruf, einen solchen Namen wird man kaum wieder los.
Genausowenig, wie wenn jemand eine fundamentale Arbeit über ein bestimmtes Thema erarbeitet hat. Das prägt das weitere Leben. Aber eben auch das, wenn man in dem Ruf steht, alles nicht genau zu wissen, alles nicht genau zu machen.

Diese Uhr könnte ein guter Anlaß für Dich sein, mehr als immer nur Behauptungen dazu und über Uhren allgemein zu verbreiten.

Walter d. J.

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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von droba » So 28. Okt 2012, 13:21

Hallo Phalos,

unter dem Schildchen auf dem Zifferblatt scheint sich noch ein anderer Name zu verbergen. Wenn Du Glück hast, findest Du dort den Namen des Herstellers....


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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von Phalos » So 28. Okt 2012, 15:50

Das Schild ist festgenietet. Das möchte ich nicht abmachen.
Im Internet finden sich zwar ein paar Bilder aber keinen näheren Informationen zu der Uhr oder zum Namen.
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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von KleineSekunde » So 28. Okt 2012, 16:01

Hallo Phalos,

stell doch bitte einmal Fotos von der Vorder- und der Rückseite des Werkes und zur Kontakeinrichtung ein.

Vielen Dank!

Schöne Grüße

Guido / KleineSekunde

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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von walter der jüngere » So 28. Okt 2012, 18:22

Hallo,

@Phalos:
Von im Internet nach M. Herz suchen, habe ich meines Wissens auch nichts geschrieben.
Warum? Weil diese Art der Suche in dem Fall mit sehr großer Wahrscheinlichkeit weder etwas bringt, noch bringen kann.
Vielleicht ein paar Lebensdaten. Aber viel mehr nicht. Warum auch. Es war keine große Uhrenfabrik...
Um etwas dazu herauszufinden, heißt es da wirklich Bücher wälzen und dann, aber auch erst dann mal in diesem oder jenem Museum anrufen usw.
Das macht wirklich richtig Arbeit, weckt aber sicher auch Interesse auf "noch mehr" und ist ganz gewiss nicht mit ein paar Klicks auf der PC-Tastatur erledigt.

Walter d. J.

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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von Phalos » So 28. Okt 2012, 19:44

Hier mal die Bilder vor der Überholung.
Die vier Kontakte über den dreien laufen ins leere. Es sind nur die unteren Kontakte mit dem Werk verbunden.

Auf dem Werk kann ich auf dem Zeichen nur ein "G" erkennen.

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Re: Antike Mutteruhr im Regulatorstil

Beitrag von droba » So 28. Okt 2012, 22:19

Phalos,

was ist das für ein Stempel auf der Rückseite des Werkes unter dem FG-Stempel?

droba

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