Königliche Uhrmacher in Berlin

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Gerd-17
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Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Gerd-17 » Fr 30. Mär 2018, 14:46

Hallo zusammen,

Ich bin nicht sicher, ob ich im richtigen Unterforum bin – sonst bitte verschieben.
ein Vorfahr von mir war um 1900 als Königlicher Uhrmacher und Optikermeister am Hof in Berlin tätig, so erzählt man. Gibt es vielleicht noch Listen oder Dokumentationen aus dieser Zeit, in der Angestellte am Hof aufgeführt sind oder auch speziell Uhrmacher in königl. Diensten?

Vielleicht existieren solche Listen noch in einem Uhren-Museum?

LG
Gerd

petsch
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von petsch » Fr 30. Mär 2018, 16:38

Hallo Gerd,
willkommen im Forum !

Ob es Auflistungen dieser "Hofuhrmacher" gibt, weiß ich nicht, aber vielleicht können wir mit dem Namen etwas anfangen, wenn Du ihn uns verraten willst.
Es gibt ja Literatur, in denen man nach Uhrmachern suchen kann.

Eigentlich waren diese Hofuhrmacher aber nicht am Hof beschäftigt, sondern das waren Uhrengeschäfte, bzw. niedergelassene Uhrmacher, die den Titel erhielten, weil sie den "Hof" belieferten oder für ihn arbeiteten. Auf Anhieb fallen mir da Namen wie Hartmann, Felsing, Löbner und Eppner ein, die große Geschäfte und Werkstätten in Berlin hatten und sich "Hofuhrmacher" nennen durften. Von Schunigk als Berliner Hofuhrmacher habe ich auch schon gelesen. Außerdem waren da vielleicht auch noch andere zu der Zeit Hofuhrmacher.

Gruß
Peter

Barney Green
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Barney Green » Fr 30. Mär 2018, 16:52

Was Peter sagt, ist richtig. Wenn ein Uhrmacher einen Hof belieferte, dann durfte er sich Horuhrmacher nennen. Er war meines Wissens nie in den Diensten des jeweilgen Hofes.
Und Hofuhrmacher mussten nicht unbedingt den Königshof beliefern, dass konnt z.B. auch ein Herzogssitz sein.

Wie Peter schon sagte, mit Namen und Ort bekommt man etwas über den jeweiligen Uhrmacher heraus. 1907 war z.B. die Firma A. Oppermann in Berlin Hofuhrmacher, die schon genannten Felsing und Löbner auch. Aber auch ihre Kollegen Ludwig Teubner in Dresden und Otto Gasser in Magdeburg waren königliche Hofuhrmacher.

Gruß
Barney

Gerd-17
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Gerd-17 » Fr 30. Mär 2018, 18:35

danke für Eure schnellen Antworten.
Also es handelt sich hier um den Uhrmacher- und Optikermeister Carl Heinrich von der Höh. Geboren 1871 in Elberfeld.
Wir wissen, dass es ein Schild an seinem späteren Geschäft ab 1904 in Wesel/Rheinland gab mit der Aufschrift: Königlicher Uhrmacher- und Optikermeister.
Er könnte im Zeitraum 1885 bis 1900 in Potsdam oder auch Berlin gewohnt haben. Er war damals sicher noch nicht selbständig, schon vom Alter her. Es gibt leider keine weiteren Hinweise.
Wenn er bei einem selbsständigem Uhrmacher in Berlin oder Potsdam angestellt war, konnte er den Hof doch nicht auf eigenen Namen beliefern?
Beste Grüße
Gerd

Barney Green
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Barney Green » Fr 30. Mär 2018, 19:18

Stimmt, in Wesel finde ich einen Carl von der Höh verzeichnet.
1918 wird er als "Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Lehrlings- und Fachschulwesens im Uhrmachergewerbe" mit regelmäßigen Jahresbeiträgen erwähnt.
Im Jahr 1923 mussten sich alle Uhrmacher eine Luxussteuer-Nummer beim Finanzamt holen und Carl von der Höh hatte beim Finanzamt Wesel die Nummer 2.
Und dann noch einen Hinweis 1933, da gab es einen Bericht über einen Einbruch:
"Kürzlich wurde in das Goldwarengeschäft von der Höh, Wesel, eingebrochen und zwar von der Hofseite her. Die Polizei, die bald von dem Einbruch Kenntnis erhilet, sperrte sofort die Zufahrstraßen und auch den Bahnhof ab. Auf dem Bahnhof wurde einer der beiden Täter, ein Arbeiter aus Altona, bei dem man die gestohlenen Goldsachen fand, festgenommen."

Das Geschäft befand sich in der Bruckstraße 23.

Ältere Hinweise kann ich nicht finden.

Und richtig, als Angestellter hätte er weder den Titel mitnehmen können, noch den Hof auf eigenen Namen beliefern.

Gerd-17
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Gerd-17 » Sa 31. Mär 2018, 10:11

Hallo Barney Green: Super was Du da ausgegraben hast. Diese Einzelheiten waren mir nicht bekannt. Brückstr. 23 stimmt, das Grundstück gehörte meiner Großmutter.
Trotzdem bleibt das Rätsel mit dem Königl. Hofuhrmacher bestehen. Sehr seltsam. Wenn es das Schild nicht gäbe. Es lag vor mehr als 10 Jahren in einem Keller des Stadtarchivs in Wesel. So wurde es mir von jemanden berichtet, der es zufällig dort gesehen hat. Vielleicht kann es wieder ausfindig gemacht werden.

Ich wünsche Dir ein schönes Osterfest.
Gerd

Barney Green
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Barney Green » Sa 31. Mär 2018, 12:55

Hallo Gerd,

vom Alter her kann er gut in Berlin oder Potsdam zur Ausbildung in einem oder mehreren renommierten Häusern gewesen sein. Damals hat man noch oft den Lehrherren gewechselt um einen besseren EInblick in die verschiedenen Arbeitsweisen zu bekommen.
Wo das "königlich" herkommt, vermag ich nicht zu sagen, darüber habe ich nichts gefunden. Vielleicht hat er ja auch Brillen an den Königshof geliefert.
Übrigens gibt es seit längerem ein Brillenetui mit Zwicker von Carl von der Höh bei Ebay-Kleinanzeigen (daher auch mein Straßenwissen, ich konnte nur die ü-Punkte nicht erkennen). Kannst Du bei Interesse bestimmt für schmales Geld ergattern.

Gruß
Barney

Gerd-17
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Gerd-17 » Sa 31. Mär 2018, 14:09

Hallo Barney,
danke für den Hinweis, aber diese Anzeige kannte ich. Ein ähnliches Etui habe ich schon, deshalb keine Anfrage beim Anbieter. :P
Bzgl. "königlich" werde ich versuchen, das Schild im Stadtarchiv "ausgraben" zu lassen um dann den genauen Text zu erfragen.

Gruß
Gerd

steffl62
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von steffl62 » Mo 2. Apr 2018, 08:15

Gerd-17 hat geschrieben:...Wir wissen, dass es ein Schild an seinem späteren Geschäft ab 1904 in Wesel/Rheinland gab mit der Aufschrift: Königlicher Uhrmacher- und Optikermeister....
Ich denke nicht das ein "königlicher" Uhrmacher das selbe wie ein "Hofuhrmacher" ist. Oder täusche ich mich da?

lg Christian
.
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Barney Green
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitrag von Barney Green » Mo 2. Apr 2018, 12:36

Dasselbe ist es meiner Meinung nach nicht, wobei ein "königlicher Uhrmacher" nach meinem Verständnis immer ein Hofuhrmacher ist, aber ein Hofuhrmacher nicht unbedingt ein könglicher war.
Könglich durfte sich nennen wer für den Königshof arbeitete, bzw, diesen belieferte. Aber ein Hofuhrmacher konnte jeden Hof beliefern, also auch einen Fürsten oder Herzog.
Insofern ist das in diesem Fall meiner Meinung nach gleichgesetzt.

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