Herkunft, Alter dieser Uhr

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Stella58
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Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von Stella58 » Mi 25. Apr 2018, 14:33

Hallo, ich möchte gerne meine Uhr vorstelle und nicht nur das, ich möchte auch etwas über sie erfahren. Ich habe über den Namen Franz Böck in Wien herausgefunden, dass dieser 1808 aus seiner Lehre entlassen wurde, Uhrmacher in Wien war und in späteren Jahren Innungsmeister. Ob diese Uhr auch aus seinen Händen stammt, das wäre doch schon einmal interessant.
Im Uhrensockel befindet sich seitlich ein Loch und im Sockel Spuren einer Einschraubung und ich nehme an, dass da einmal ein Spielwerk war.
Ich habe das Uhrengehäuse nur gereinigt, es besteht zur Gänze aus Messing, und das verbeulte geprägte Band auf dem Sockel ausgebogen und dem ebonisierten Sockel neuen Schellack gegönnt. Das vordere Glas wurde auch ersetzt durch ganz billiges Industrieglas, das werde ich auch noch durch ein gewalztes Glas ersetzen.
Ich kenne mich bei Uhren nicht aus und folglich habe ich das Werk vorsichtig aus dem Gehäuse genommen und zur Seite gelegt und dann eben so vorsichtig eingeschraubt. Das war es dann auch schon.
Die Uhr läuft, aber der Stundenzeiger rutscht immer wieder einmal nach unten. Ich möchte aber da nichts ausprobieren, bevor ich nicht nachgefragt habe.
Ich mochte mechanische Uhren schon immer, aber ich stelle fest, dass sie für mich immer spannender werden. Ich möchte mich im Forum einmal gut durchlesen.
Liebe Grüße
Stella
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petsch
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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von petsch » Mi 25. Apr 2018, 20:00

Hallo Stella ,
zuerst einmal willkommen bei uns im Uhrenforum. Jetzt hat es ja geklappt mit dem Einloggen :)
Ich mochte mechanische Uhren schon immer, aber ich stelle fest, dass sie für mich immer spannender werden. Ich möchte mich im Forum einmal gut durchlesen
Ja, spannend sind sie, das wird Dir jeder hier im Forum bestätigen.

Deine Uhr mit der Signatur von Böck wird auch aus seiner Hand bzw. seiner Werkstatt oder seinem Geschäft stammen.
Das mit dem früher vorhandenen Spielwerk wird stimmen, ich sehe hinten auf dem Werk auch einen wahrscheinlichen Auslösehebel. Es müsste dann aber auch hinter der Uhr im Sockel ein kleines Loch zu finden sein, durch das ein Auslösefaden oder-draht zum Spielwerk geführt worden ist.

Ich würde die Uhr so auf 1820-30 schätzen. Eine schöne frühe Wiener Portaluhr. Gratulation dazu.

Gruß
Peter

Stella58
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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von Stella58 » Mi 25. Apr 2018, 20:31

Hallo Peter!

Danke für eine schnelle Antwort. Im Sockel befindet sich kein zusätzliches Loch aber in der mitte der linken Säule.

Ich habe heute schon einiges hier im Forum gelesen, das finde ich ebenso spannend wie diese Uhr. Ich brauche zwar noch oft Tante Google für die Fachbegriffe, aber das wird schon noch. Schön, dass ich da sein kann und ich hoffe, ich kann hier auch vieles lernen.

Liebe Grüße

Stella

steffl62
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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von steffl62 » Do 26. Apr 2018, 08:33

Hallo Stella,
erstmal herzlich willkommen hier bei uns im Forum!
Peter hat ja schon das wesentliche geschrieben, das Uhrwerk hat eine Spielwerksauslösung und deshalb war auch ziemlich sicher ein Spielwerk im Sockel verbaut.
Später wurden dann auch oft Spielwerke in ganz normale Uhren eingeschraubt um deren Wert zu erhöhen allerdings fehlt diesen Uhren dann natürlich der Auslösehebel für das Spielwerk. Die genaue Bezeichnung für Deine Uhr dürfte wohl "Jubiläumsuhr" sein, ich hab hier mal den Link zu einer ganz ähnlichen:
https://www.dorotheum.com/auktionen/akt ... arch=Quick Search
Ursprünglich war die Uhr noch durch einen Glassturz vor Staub geschützt.

lg Christian
.
Fragen, Korrekturen und Ergänzungen zu meinen Beiträgen sind ausdrücklich erbeten und gewünscht!

KleineSekunde
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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von KleineSekunde » Do 26. Apr 2018, 19:45

Hallo Stella,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum!
steffl62 hat geschrieben:Peter hat ja schon das wesentliche geschrieben, das Uhrwerk hat eine Spielwerksauslösung und deshalb war auch ziemlich sicher ein Spielwerk im Sockel verbaut.
Zugegeben, ich kenne mich mit dieser Art von Uhren nicht aus, würde aber dann ein entsprechendes Aufzugsloch im Sockel vermuten (eher vorne oder auch seitlich, zur bequemen Erreichbarkeit), um das Spielwerk aufziehen zu können. Gibt es ein solches Aufzugsloch? Gibt es im Sockel Hinweise darauf, dass dort einmal ein Spielwerk befestigt war?

Viel Spaß mit der Uhr!

Schöne Grüße

Guido / KleineSekunde

Stella58
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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von Stella58 » Do 26. Apr 2018, 20:13

Hallo Steffl, halle KleineSekunde!

Vielen Dank für eure Antworten.
Steffl, du hast mich ein gutes Stück weiter gebracht. Ich habe im Netzt nur unter Portaluhren gesucht und nichts Rechtes gefunden und dachte deshalb, dass meine Uhr recht selten sein könnte. Unter deiner Bezeichnung findet man doch eine ganze Menge. Ich kenne jetzt auch den Preis, der für eine vergleichbare Uhr bezahlt wird, das wollte ich ja auch, ehrlich gesagt, wissen. Ich habe die Uhr günstig erworben, sie läuft tadellos.
@ KleineSekunde, ja im Sockel befindet sich seitlich ein Aufzugloch und auch im Inneren des Sockels sind die Löcher der Verschraubung da.
Nochmals vielen Dank für eure Bemühungen

LG

Eva

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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von petsch » Fr 27. Apr 2018, 10:02

Hallo Eva,
dann muss ich meine zeitliche Einschätzung von 1820-30 etwas nach oben korrigieren :oops: .
Eine Zeit zwischen 1830 - 1850 wird in Österreich meist für diesen Uhrentyp angegeben, wie ich jetzt sehe. Ich hatte sie mit französischen Empireuhren verglichen, aber anscheinend war tatsächlich in Frankreich die Mode etwas der übrigen Welt voraus ;-)

Übrigens, auch wenn Du im Netz jetzt auf einmal viele siehst, so häufig sind diese Uhren dann doch nicht. Die meisten Uhren dieser Zeit aus Wien sind aus Holz, auch auf Säulen (meist 4-6) und oft auch mit dem Wiener Vierviertelschlag. Ich glaube Hausherrenuhren werden sie oft genannt. Aber auch diese Uhren sind nicht an jeder Ecke zu finden.
Allen beiden Typen gemein (wie auch fast allen anderen Großuhren) ist, dass sie im Moment sehr niedrig bewertet werden und keine gute Verkaufszeit ist. Falls man Uhren sammelt, ist aber jetzt eine gute Kaufzeit.

@ Christian
weisst Du als Wiener den Ursprung der Bezeichnung "Jubiläumsuhr" ? Wurden die Uhren nach einem bestimmten Jubiläum in der Form gebaut oder wurden sie oft zu großen Jubiläen verschenkt oder angeschafft oder gibt es einen anderen Grund für die Bezeichnung ? Für mich war der Überbegriff für alle Uhren, die auf zwei Säulen stehen, Portaluhr, aber da gibt es natürlich noch große Unterschiede.

Gruß
Peter

steffl62
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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von steffl62 » Fr 27. Apr 2018, 10:16

petsch hat geschrieben:@ Christian
weisst Du als Wiener den Ursprung der Bezeichnung "Jubiläumsuhr" ? Wurden die Uhren nach einem bestimmten Jubiläum in der Form gebaut oder wurden sie oft zu großen Jubiläen verschenkt oder angeschafft oder gibt es einen anderen Grund für die Bezeichnung ? Für mich war der Überbegriff für alle Uhren, die auf zwei Säulen stehen, Portaluhr, aber da gibt es natürlich noch große Unterschiede.

Gruß
Peter
Hallo Peter,
ich hab leider auch keine Idee wo der Name herstammen könnte, ich hab die Vermutung das es irgend etwas mit den Verzierungen zu tun haben könnte aber das ist nur geraten.
Ich denke aber der Unterschied zu Portaluhren ist zum Einen der Glassturz über der Uhr und zum Anderen die fehlende Quertraverse auf dem oberen Ende der beiden Säulen. Ein drittes Merkmal ist möglicherweise noch der ovale Grundriss des Gehäuses, der ist bei den Portaluhren ja meistens rechteckig.

lg Christian
.
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Stella58
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Re: Herkunft, Alter dieser Uhr

Beitrag von Stella58 » Mo 30. Apr 2018, 15:26

Hallo Peter, hallo Christian!

Ich habe im Netz gesucht und herausgefunden, dass diese Uhren auch Hochzeitsuhren genannt werden. Im Dorotheum laufen sie fast ausschließlich unter dieser Bezeichnung. Vielleicht wurden sie tatsächlich zu Hochzeiten verschenkt. Viele dieser Uhren weisen auch Blumengirlanden auf, was vielleicht ebenfalls ein Hinweis sein könne.

Liebe Grüße
Eva

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