Antike Standuhr GB

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felice
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Antike Standuhr GB

Beitrag von felice » Fr 5. Feb 2021, 13:56

Wertes Forum,

ich bin seit gestern stolzer Besitzer meiner ersten eigenen Standuhr. Ich bin damit groß geworden und liebe den Gong und das Geräusch des Pendels. Ich bin aber hier weil ich zwei Fragen habe.

1. Die genauere Bestimmung der Herstellung. Ich weiß durch das Logo das es eine Gustav Becker ist und zwischen 1894 und 1903 hergestellt wurde (laut https://watch-wiki.org/index.php?title= ... tav_Becker). Dazu passt aber die Seriennummer nicht, da sie nur vierstellig ist. Irgendwelche Ideen? Ich weiß, dass das innere einer Uhr manchmal Aufschluss geben kann, aber ich trau mich nicht das Ziffernblatt zu entfernen, daher müsst ihr erstmal mit den Fotos vorlieb nehmen.

2. Meine Uhr bleibt immer wieder stehen. Also das Pendel hört recht zeitnah wieder auf zu pendeln. Ich weiß, dass sie die letzten zwei Jahre stand, dass sie aber bis 2019 wohl ohne Fehler war und gelaufen ist (der Vorbesitzer hatte zu viele Standuhren). Nun die Fragen: kann ich selbst was machen oder sollte da Fachpersonal ran? Ist es mit einer Reinigung getan oder muss repariert werden? Was wäre wohl zu erwartende Kosten?

Ich danke euch schon mal für eure Anregungen. Hier ein paar Bilder.
LG felice
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petsch
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Re: Antike Standuhr GB

Beitrag von petsch » Fr 5. Feb 2021, 22:16

Hallo Felice,
auf die Nummer kann man sich nicht immer verlassen. Diese Uhr ist auf keinen Fall aus der Zeit , aus der sie sein müsste, wenn man sie als Nummer 3908 in die bekannte Seriennummerliste einordnen würde. Ich weiß zwar nicht, ob alle GB-Standuhren ab einer bestimmten Zeit nicht mehr in die Nummernliste passen, aber diese Uhr passt auf jeden Fall nicht da rein.

Es gibt große Wanduhren als Vergleichsuhren für Uhrmacher, die auch so ein langes Pendel haben (Sekundenpendel). Bei den späteren Uhren dieser Art wurden auch solche niedrigen Nummern verwandt. Aber frag nicht, wieso die Fabrik für manche Uhren eine andere Nummerierung gewählt hat.

Ich halte sie auch nicht für eine Uhr zwischen 1894 und 1903. Das Zeichen wurde noch länger so benutzt. Ich würde eher sagen, aus den 1920er Jahren.

Zu Deiner zweiten Frage kann man sagen, dass es natürlich sein kann, dass nach dem Transport der Eingriff vom Anker ins Ankerrad evtl. nicht mehr stimmt, und die Uhr jetzt beim Pendeln "hinkt" und dass sie deshalb stehen bleibt. Das könnte man zwar einstellen so dass sie erst wieder läuft, aber das ändert nichts daran, dass alle mechanischen Uhren nach einigen Jahren durchgesehen und gereinigt werden sollten. Das Öl in den Lagern wird steif und hat Schmutz angezogen. Das reibt in den Lagern und zerstört sie mit der Zeit.
Deshalb müsste am besten jemand das Uhrwerk komplett auseinandernehmen und die Lager reinigen und dabei nachsehen, was evtl. sonst noch nicht in Ordnung ist.
Da die Uhren bei einem Verkauf im Moment nicht unbedingt viel Geld bringen, ist so eine fachgemäße Reinigung oft teurer als die Uhr selbst.

Gruß
Peter

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Typ1-2-3
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Re: Antike Standuhr GB

Beitrag von Typ1-2-3 » Sa 6. Feb 2021, 15:30

Das mit den Preisen für Standuhren ist momentan leider so, und ich möchte gar nicht wissen, wie viele Uhren genau aus diesem Grunde momentan verschrottet werden.
Allerdings würde eine gründliche (!) Reparatur die Uhr ca. 10 Jahre zum Laufen bringen - aller Erfahrung nach. Und wenn man den Preis auf 10 Jahre umrechnet, sieht das dann gar nicht mehr so wild aus. Sollte man sich also überlegen.

Der Uhrmacher sollte aber in der Nähe sein, denn eigentlich ist es immer günstig, wenn vor Ort das Uhrwerk eingebaut und die Gonghämmer eingestellt werden.

Frank

felice
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Re: Antike Standuhr GB

Beitrag von felice » Mi 10. Feb 2021, 10:39

Erst einmal, vielen lieben Dank für eure Antworten. Ich hab mich schon mal kundig gemacht, es gibt hier ein paar Uhrmacher die sich dem annehmen würden, auch wenn die Preise stark variieren (zwischen 150-350€).

Aber eine Frage hab ich noch. Meine Uhr hat zwei Gewichte. Ich dachte immer, dass sie gleich schwer sein müssten, sind sie aber nicht. Eines wiegt 4,1 kg das andere 6,7 kg. Welches kommt nun wohin und warum der doch signifikante Unterschied?

LG felice

Uroboros
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Re: Antike Standuhr GB

Beitrag von Uroboros » Fr 12. Feb 2021, 13:38

Das schwerere Gewicht gehört idR ans Schlagwerk (links).
Du kannst es aber mal nur probeweise kurzzeitig ans Gehwerk hängen und schauen, ob sie dann liefe, um weitere Schäden abseits Verschmutzung und trockener Lager auszuschließen. Soll natürlich kein Dauerzustand sein!
Wenn ich mir die Dreckspuren in den Trieben anschaue, täte ihr eh eine Revision (Zerlegen, Zähneputzen, Ölen) sehr gut. Über die Notwendigkeit des korrekten Einstellens des Abfalls wurde ja schon weiter oben gesprochen (Stichwort Hinken).

Moritz

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